Abends um sieben herrscht noch Ruhe im grosszügigen Lokal an der Zürcher Brandschenkestrasse. Während draussen der Feierabendverkehr vorbeirollt, werden die letzten Vorbereitungen getroffen. Der Koch erhält eine weisse Schürze, Brotkrümel werden vom Tresen gefegt, die Weinflaschen aneinandergereiht und so platziert, dass man die Namen auf den Etiketten lesen kann: Bordeaux, Ribera del Duero, Brunello di Montalcino und allerlei Schweres aus Übersee – alles Tropfen, die bestens zum Fleisch passen. Am 8.  Oktober 2010 eröffnete Direktor Albert Thoenen das «Goodman» in Zürich. Nach Moskau und London ist es das dritte Steakhouse der vom russischen Geschäftsmann Roman Zelman gegründeten Minikette. Dieser sitzt an unserem Besuchsabend am Nebentisch und geniesst sein Steak offensichtlich. Als Vorspeise bestellen wir einen Caesar Salad, der hier nicht wie anderswo mit spontanen Einfällen des Küchenchefs garniert ist, sondern ganz klassisch und wunderbar auf den Tisch kommt. Wir danken an dieser Stelle der umsichtigen Bedienung, die uns empfahl, eine Portion zu zweit zu bestellen. Ihr Tipp war Gold wert. Erstens sind die Teller im «Goodman» ohnehin gut gefüllt, und zweitens verlangt der Hauptgang schon ein wenig Hunger: Die kleinste Portion Fleisch, die man bestellen kann, wiegt schon stolze 250 Gramm. Knusprig zart. Statt ab Karte bestellt man das Fleisch hier direkt ab Platte, bei deren Anblick jeder Vegetarier die Flucht ergreifen würde. Rib Eye, T-Bone, New York Stripe oder Porterhouse? Die Kellnerin informiert die Gäste auch, von welchem Körperteil des Tiers die Stücke stammen, wo das Fleisch produziert wurde (nämlich in selektionierten Aufzuchten in den USA und der Schweiz) und wie es zubereitet wird: auf einem speziellen Josper-Holzkohlegrill, der garantiert, dass jedes Stück gelingt – innen zart und aussen knusprig. Wir wählen ein Rib Eye, das wenig später perfekt gebraten und zwar noch ungewürzt, aber dennoch überdurchschnittlich aromatisch vor uns liegt. Dazu essen wir handgeschnittene Pommes frites und eine Sauce béarnaise. Und zum Dessert ein grosses Stück New York Cheesecake. Schmallspurkost war gestern – und vielleicht morgen wieder.

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  • Dauer bis zum ersten Bissen: Zeit genug, um einen gespritzten Aperol, meinen neuen Lieblings-Apéritif, zu schlürfen.
  • Was man essen sollte: Die einzige Alternative zum Steak ist der Hamburger.
  • Diskretionsfaktor: Hauptpublikum sind Männer, Hauptgesprächsthema ist Business. Wer möchte, kann hier so viel aufschnappen wie in der ersten Klasse des Intercity Zürich–Bern.

«Goodman Steakhouse» Brandschenkestrasse 20 8001 Zürich, Telefon 044  280  18  80 www.goodmanrestaurants.ch Öffnungszeiten: montags bis freitags 11.30 bis 14.30 und 18 bis 23 Uhr, samstags und sonntags 18 bis 23 Uhr.