Die Lebensfreude der Belgier ist sprichwörtlich, und ihre Hauptstadt strahlt eine charmante, geschichtsträchtige Lässigkeit aus. Die im südlichen Stadtteil gelegenen Kunstquartiere Sablon und Marolles bilden ein entspanntes Miteinander von erlesenen Galerien für Kunst und Design sowie originellen Bars und Restaurants. Zudem erfreut Brüssel Kunstliebhaber und Sammler mit einer im europäischen Vergleich niedrigen Mehrwertsteuer. Dies alles färbt auch auf die Brussels Art Fair ab, kurz BRAFA, die 2015 vom 24. Januar bis 1. Februar stattfindet.

Kunstausstellung mit belgischem Savoir-vivre

Als jeweils erster internationaler Kunstmarktanlass im Jahr wird sie von Sammlern und Experten mit Spannung erwartet. Die BRAFA wird in diesem Jahr 60 und ist eine der ältesten Kunst- und Antiquitätenmessen der Welt. Mit ihrer eleganten Ambiance, der jedes Jahr wechselnden Dekoration, den strategisch günstig platzierten Bars und dem modernen Restaurant profitiert die Messe nicht zuletzt vom belgischen Savoir-vivre.


1955 zunächst als «Foire des Antiquaires de Belgique» gegründet, hiess die Messe später «Brussels Antiques & Fine Art Fair». Der zunächst rein nationale Anlass wurde erst 1995 auch für ausländische Aussteller geöffnet. Aus Platzgründen zog man 2004 schliesslich vom Palais des Beaux-Arts in die historischen Hallen der ehemaligen Post- und Zoll- station «Tour & Taxis» am Ufer des Willebroek-Kanals um. Ihr Name stammt noch von den ursprünglichen Besitzern, der Fürstenfamilie von Thurn und Taxis. Seit dem Umzug ist das Renommee der BRAFA ständig gestiegen, sodass sie sich heute im Spitzenbereich der europäischen Kunst- und Antiquitätenmessen befindet.

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Vielseitiger Mix aus der Kunstgeschichte

Das jahrzehntelang erprobte Erfolgsrezept der Messe ist ihr breites Angebotsspektrum und ihr Eklektizismus. Auf insgesamt drei Gängen der riesigen Messehalle wandelt der Besucher durch mehrere Jahrtausende internationaler Kunstgeschichte. Der Mix von mehr als 20 Sammelgebieten ist ebenso vielseitig wie ausgewogen.

Traditionell liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Tribal Art, was auf die koloniale Vergangenheit Belgiens zu- rückgeht. Hoch im Kurs steht auch das Sammelgebiet der Comics, die in Belgien einen besonderen Stellenwert geniessen und auf dem internationalen Kunstmarkt mittlerweile beachtliche Preise erzielen.

Sonderschau «Der belgische Sammler»

An der Jubiläumsausgabe werden 126 Aussteller aus zwölf Ländern ihre wertvollsten Kunstwerke und -objekte präsentieren. Galerien aus Belgien (40 Prozent) und aus dem Ausland (60 Prozent) bilden eine solide Ausstellerbasis, die nach wie vor wächst. Aus der Schweiz sind sieben Galerien dabei, die fast alle aus Genf stammen.


Unter dem Titel «Der belgische Sammler» veranstaltet die Fondation Roi Baudouin aus Anlass des 60. Geburtstags der BRAFA eine exklusive Sonderausstellung, in der ausge- wählte Werke aus bedeutenden belgischen Privatsammlungen gezeigt werden. Es ist dies eine Hommage an Sammlerpersönlichkeiten, die das Kunsterbe zugleich bewahren wie auch weitergeben und deren Sammlungen nicht selten die Grundlage für bedeutende Museen bilden. Parallel dazu findet täglich um 16 Uhr die Vortragsreihe «BRAFA Art Talks» statt, die letztes Jahr erfolgreich gestartet ist und sich 2015 mit dem Thema Bewahrung und Weitergabe von Kulturerbe befasst.

Steigerung der Besucherzahlen kein Ziel

Die letztjährige Messe schloss mit einem Rekord von 55000 Besuchern. Sind für die 60. Ausgabe 60 000 Besucher das Ziel? «Nein, nicht wirklich. Unser wichtigstes strategi- sches Ziel ist nicht die Steigerung der Besucherzahlen», sagt dazu Harold t’Kint de Roo- denbeke, Präsident der BRAFA. «In erster Linie möchten wir unseren Ausstellern und Besuchern einen besonderen Moment der Begegnung bieten und wünschen uns, dass unsere Aussteller erfolgreich arbeiten können. Und natürlich gilt es, den Qualitätsan- forderungen, die wir an uns selbst gestellt haben, gerecht zu werden.»