Im Glaubenskrieg, ob Windows oder Mac das bessere System sei, verhalte ich mich seit Jahren strikt neutral. Nur in Sachen Notebook teile ich die Meinung vieler ­Poweruser: Das MacBook Air ist der beste Kompromiss aus Tragbarkeit, Leistung, Laufzeit und Design, den man finden kann. Nun macht sich Dell daran, das zu ändern: An der Consumer Electronics Show im Januar erregte das neue Modell XPS 13 viel Aufsehen. Inzwischen ist der Windows-8-Rechner auch hier erhältlich.

Der erste Blick erstaunt: Eigentlich kennt man Dell als Produzenten von Bürorechnern in tristem Grau. Doch in Sachen Design muss sich der XPS nicht hinter Apple verstecken. Das Gehäuse aus Aluminium und Karbon wirkt chic und edel verarbeitet, das Design elegant. Selbst die Rückseite wurde durchgestylt: Seriennummer und Serviceaufkleber sind hinter einer Klappe verborgen. Mit 1266 Gramm ist der XPS zudem ausgesprochen tragbar.

Hauptverkaufsargument ist aber der Touchscreen: Der 13-Zöller steckt in einem Gehäuse, in dem man sonst einen 11-Zöller erwarten würde. So ist der XPS auch deutlich kompakter als mein MacBook Air. Möglich macht das ein rekordverdächtig schmaler Rahmen. Ebenfalls rekordverdächtig ist die Auflösung: Mit 3200×1200 Pixeln lässt der Dell so ziemlich jedes andere Notebook stehen. Farben und Kontrast sind klasse. Nur leider spiegelt das Display extrem stark: Mit einem Fenster im Rücken oder gar in der Sonne lässt sich kaum arbeiten. Wenig überraschend klingen die winzigen Lautsprecher etwas blechern.

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Neueste Prozessorgeneration von Intel

Im XPS 13 tickt die neueste Prozessorgeneration von Intel. Die bringt genügend Power für alle üblichen Anwendungen. Dass es in der Modellreihe keine Fest­platten mehr gibt, sondern nur noch Speicherlaufwerke in verschiedenen Grössen, bringt zusätzliche Leistung. Allerdings heizt sich der Laptop auf der Unterseite spürbar auf. Und der Lüfter, der sich dann einschaltet, muss in seinem früheren Leben ein Staubsauger gewesen sein, so vernehmlich ist er. Dafür hält der Akku zehn Stunden durch – ein Spitzenwert.

Weniger gut gefällt mir die Tastatur: Weil die Tasten zusammengepfercht sind und wenig Hub haben, wirken sie als Tippfehlermagnet. Das Touchpad direkt darunter hingegen arbeitet sehr präzis. Die Webcam ist – Konzession an den schmalen Rahmen – in der linken unteren Ecke des Schirms platziert. Wenn Sie während der Videokonferenz tippen, sieht Ihr ­Gegenüber nur Ihre linke Hand. Autsch!

Fazit: Windows-User müssen nicht länger neidisch zum MacBook Air hinüberschielen. Der Dell XPS 13 ist ähnlich stylish und leistungsfähig – und dabei leichter und kompakter. Mit seinen wenigen Schönheitsfehlern kann man leben.

Dell XPS 13
Infos und Bestellung bei: www.dell.ch
Preis: Fr. 1499.–

Bewertung: ★★★★☆

★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have 
★★★★ cool ★★★★★ wegweisend