Sie verbindet ihr künstlerisches Interesse mit ökologischem Bewusstsein und naturwissenschaftlicher Hellhörigkeit. Neudecker reist viel und ist abenteuerlustig, sucht neugierig und kritisch und findet Anregungen für ihre Kunst im globalen wie familiären Umfeld.

Die 1965 in Düsseldorf geborene und seit 1987 in Grossbritannien lebende Künstlerin stellt ständig Verbindungen her. Ihre Landschaftsinstallationen in Form von Glassphären lassen ebenso die Assoziation von Weltenkugeln zu wie auch von Schütteldosen oder Kristallkugeln von Wahrsagern – ein breites Spek­trum zwischen Wissenschaft und Magie.

Fenster in eine andere Welt

Ihre Glascontainer sind gleichsam Fenster in eine andere Welt. Und während wir diese betrachten, sehen wir auch die Spiegelungen auf den Glasflächen, die unsere Welt reflektieren. Daraus ergibt sich ein verwirrendes und faszinierendes visuelles Spiel. Mariele Neudecker kennt sich aus mit diesen Zwischenwelten und appelliert an unseren Respekt und unsere Verantwortung für die Natur. Beides bindet sie zurück an unsere emo­tionalen Erinnerungen, damit wir das Staunen nicht verlieren über das atemberaubende Panorama der Berge.

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Ihre Werke in der Galerie Haas stehen zwei subtilen Klassikern gegenüber: Otto Dix’ «In den Löwensteiner Bergen», 1936, sowie Paul Klees «Gebirgsgärtlein», 1939. Beide zeigen den Blick auf Landschaft und Natur im Kontext einer anderen politischen, kulturhistorischen und persönlichen Situa­tion. Doch wie unterschiedlich die Sichten auch sein mögen, sie machen deutlich, dass Landschaft und Natur ihre Unschuld verloren haben. Die Ausstellung in der Galerie Haas Zürich ist vom 11. Dezember 2014 bis 30. Januar 2015 zu ­sehen.