Weit weg und doch nur knapp drei Flugstunden von der Schweiz entfernt, bietet Marrakesch den richtigen Mix aus sinnesbetörender Orientalik und ästhetischer Einfachheit. Die Stadt ist grossteils aus Lehm gebaut und hat daher ein magisches Leuchten: «La ville rouge», das rote Tor zu Afrika. Alles sieht exakt aus wie auf den Postkarten. Medina, Moscheen, Palmenhaine, Paläste und mittendrin die Djemaa el Fna, der faszinierende Marktplatz. Wer einen komfortabel abgefeder­ten Kulturschock sucht, könnte keinen besseren Ort wählen.

Laut dem weit gereisten Schriftsteller Helge Timmerberg sind hier die Preise für Produkte und Dienstleistungen in vier Kategorien aufgeteilt: erstens für Marokkaner, zweitens für in Marokko lebende Ausländer, drittens für Touristen und viertens für Japaner. Schuheputzen beispielsweise kostet den Marokkaner 3 Dirham, den Touristen 10, den Japaner 20. Wer ohne Nachfrage nach den ­Preisen ein beherztes Angebot über 60 Dirham für die Taxifahrt vom Flughafen zum Riad Enija macht, dem schönsten Maison d’hôte im Herzen der Altstadt, wird als ortskundig akzeptiert.

Die Stadt der bezaubernden Riad-Hotels (Riad El Fenn, La Sultana) ist gerade dabei, sich neu zu erfinden. In den kommenden Monaten werden einige Hotelgruppen – von Park Hyatt über Mandarin Oriental bis Rocco Forte – in der historischen Königsstadt Einzug halten. Immer mehr Hotels siedeln sich im vornehmen Stadtviertel La Palmeraie an, so zum Beispiel das charmante Jnane Tamsna. Das absolute Hotelspektakel bietet allerdings, nach vierjähriger Renovierung, das Mamounia. Hier taucht man ein in eine grandiose Filmkulisse – um erst bei der Abreise wieder in der ­Re­alität anzukommen.

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Essen in Riad-Ambiente gibt es im prächtigen Dar Zellij, im Foundouk mit Dachterrasse oder im Cafe Arabe mit einem Touch Italianità. Für hohe ­kulinarische Ansprüche sind die Hotelrestaurants Ksar Char-Bagh und Villa des Orangers perfekt, für ein Häppchen zwischendurch trifft man sich im Café du Livre, das auch eine Buchhandlung ist. Koloniales Flair hat das Grand Café de la Poste, Bistro-Coolness das Kechmara, kosmopolitischen Chic das Lounge-Restaurant Bô-Zin, wo nachts auch getanzt wird. Je später der Abend in der magischen Wüstenstadt, desto intensiver das Aroma des Lebens.

Hotels: 
Riad El Fenn, www.riadelfenn.com, DZ ab 420 Franken 
La Sultana, www.lasultana­marrakech.com, DZ ab 330 Franken
Riad Enija, www.riadenija.com, DZ ab 360 Franken 
Jnane Tamsna, www.jnanetamsna.com, DZ ab 380 Franken 
La Mamounia, www.mamounia.com, DZ ab 495 Franken

Restaurants: 
Cafe Arabe, www.cafearabe.com
Dar Zellij, www.darzellij.com
Le Foundouk, www.foundouk.com
Ksar Char-Bagh, www.ksarcharbagh.com
Villa des Orangers, www.villadesorangers.com
Café du Livre, www.cafedulivre.com
Grand Café de la Poste, www.grandcafedelaposte.com
Kechmara, www.kechmara.com 
Bô-Zin, www.bo-zin.com