Waren das noch Zeiten: In absatzstarken Jahren brachte Subaru in der Schweiz um die 10'000 Personenwagen mit Allradantrieb an die Kundschaft, zu Preisen, die selbst den Durchschnittskäufern kaum Tränen in die Augen trieben. Da vermochte auch Audi mit dem Slogan «Vorsprung durch Technik» wenig auszurichten. Und Ex-Skirennfahrer Berhard Russi, noch immer als Subaru-Werbeikone unterwegs, gab schon früh den Autos aus Japan ein Gesicht, mit dem sich praktisch die ganze Schweiz identifizieren konnte.

Aber die Zeiten haben sich geändert. Die Konkurrenz wildert heute ungehemmt in jenen Gefilden, in denen Subaru einst König war. Geblieben ist dem Allradpionier einzig der Ruf eines Herstellers für preisgünstige 4x4-Personenwagen, sozusagen das Credo der Marke.

Absatz ging deutlich zurück

Der harte Konkurrenzkampf hat Spuren hinterlassen. 2014 lag der Neuwagenabsatz für Subaru hierzulande bei 6277 Einheiten (–17 Prozent). 2014 war nach Aussagen des Schweizer Importeurs, der Frey-Gruppe, zudem eine Übergangsperiode. Eine Neuwagenoffensive ist für den Genfer Automobil­salon im März 2015 angesagt.

Um der Kundschaft dennoch Kaufanreize zu bieten, polierten die Ingeni­eure die bestehenden Modelle mit zusätzlicher Ausrüstung und Retuschen am Karosseriedesign auf.

Solid und praktisch muss er sein

Ein Beispiel dafür ist der Subaru Outback 4x4 Classic Line. Angetrieben von einem 2,5-Liter-Vierzylinder-Boxermotor (173 PS Leistung), ebenfalls ein Markenzeichen der Japaner, kostet der Wagen in der Ausführung Limited Edition 46'700 Franken (Swiss Edition ab 39'850 Franken). Für die Kraftübertragung sorgt ein 6-Stufenautomat (Lineartronic mit Schaltwippen).

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Das zur Serienausrüstung zählende Classic-Line-Paket peppt das sonst eher bieder wirkende Fahrzeug auf. Zum Paket gehören neben dem inzwischen obligatorischen Stabilitätsprogramm die Niveauregulierung an der Hinterachse, eine elektrische Parkbremse, eine Rückfahrkamera sowie im Vergleich zum Vorgänger verstärkte Bremsscheiben in den Grössen 16 Zoll hinten und 17 Zoll vorne.

Das Auge fährt mit

Für das Auge wurde ebenfalls einiges getan. Der Kühlergrill ist neu schwarz lackiert, unterteilt durch Chromleisten, neu sind auch die Kunststoff-Beplankung der Karosserie in Wagenfarbe und die anthrazitfarbenen Leichtmetallfelgen. Eine sanfte Schönheitsoperation, vielleicht durch den schnöden Einwand relativiert, dass damit kein Designpreis zu gewinnen ist. Aber darauf hat es das Subaru-Team gar nicht abgesehen, steht doch die Mehrheit der Käufer in diesem Segment auf ein zeitlos wirkendes, dafür solides und praktisches Auto mit gros­ser Ladefläche. Im Outback lässt sich der Stauraum – je nach Sitzkonfigura­tion – zwischen 526 und 1725 Litern variieren.

Auch am Innenraum wurde Hand angelegt. Um einen Hauch Sportlichkeit herbeizuzaubern, gehören zur Ausstattung eine Pedalerie im gelochtem Leichtmetall-Look, wie sonst bei sportlichen Fahrzeugen üblich, sowie karbonfarbene Einlagen an Türen und Armaturenbrett. Ein wenig Luxus vermittelt zudem die Limited Edition mit Sitzbezügen aus Leder.

Festhalten am Vierzylinder-Boxer

In Sachen Technik hat sich Subaru den Hang zu extravaganten Lösungen bewahrt – ebenfalls ein Teil des Markencredos. Dazu gehört der Vierzylinder-Boxermotor. Sein grosser Vorteil: Er kann sehr flach und damit platz­sparend gebaut werden. Die Durchschnittsverbrauchs- und Emissionswerte (nach EU-Prüfzyklus) liegen für den 2,5-Liter-Benziner bei 7,6 Liter/100 Kilometer und 175 Gramm/Kilometer CO2.

Aber wenn Boxermotor und 4x4-Antrieb im Programm bleiben sollen, sind die Ingenieure im Hinblick auf die verschärften Abgasnormen stark gefordert. Erste Antworten, wie Subaru die anstehenden Probleme zu lösen gedenkt, gibt der Auftritt am Genfer Automobilsalon im März 2015.

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