Der Frankenschock sitzt im gesamten Schweizer Tourismus tief. Noch tiefer in den abhängigen Bergregionen. Am tiefsten in den abgelegenen Grenzgebieten. Beispielsweise in Samnaun, dem untersten Seitental des Engadins und zugleich Grenztal zum Tirol.

Gemeinsam mit dem österreichischen Nachbarn und Bergbahnen-Mehrheitsaktionär Ischgl teilt man sich die Silvretta Arena – im Winter mit 238 Pistenkilometern das grösste Ski- und Snowboard-Zentrum in den Ostalpen, im Sommer mit rund 250 ­Kilometern Wander­wegen und etwa 80 Kilometern Mountainbike-Trails genauso ein Outdoor-Dorado.

Zollfrei-Oase sein reicht nicht mehr

Samnauns Alleinstellungsmerkmal­ der Zollfrei-Oase auf 1850 Metern über Meer mit Europas höchstgelegener Shopping-Meile sticht nicht erst seit der überraschenden Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank nur bedingt. Zu gross sind der Konkurrenzkampf und der Preisdruck im Dreiländereck mit Österreich und Italien. Der Schweizer Einkaufstou­rismus für Tabakwaren, ­Spirituosen, Luxus­uhren, Schmuck, Parfüm sowie Kosmetik ist ein Beleg dafür.

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Doch seit dem 15. Januar 2015 ­haben sich die lokalen Hoteliers und Händler einiges einfallen lassen, um dieser Quasi-Parität Paroli zu bieten. «Wir müssen unseren Kurs machen und Rabatte geben, um weiterhin für Gäste aus den Euro-­Ländern attraktiv zu sein», beschloss die Samnauner Unternehmerfamilie Zegg, der die Zegg Hotels & Stores mit dem «Chasa Montana» und dem «Silvretta» gehören. Im Klartext heisst das: Der Euro wird auf eigene Rechnung zu 1,10 Franken aufgewertet. Zusätzlich gibt es auf Übernachtungen 10 Prozent ­Rabatt, im Duty free bis zu 20 Prozent Bonus. «Das verschafft uns nicht nur einen letztlich unveränderten Wechselkurs, sondern auch einen neuen Anreiz für die Schweizer Gäste.»

Halbpension mit Michelin-Stern

Um die 80 Prozent Stammkunden, die gut zur Hälfte Einheimische sind, bei der Stange zu halten sowie neue Weekend-Besucher anzulocken, hat insbesondere das Relais & Châteaux Chasa Montana Hotel & Spa eine ­Palette von sommerlichen Pauschal­angeboten geschnürt, inklusive freier Benutzung der Bergbahnen. Das Haus mit vier Sternen plus und 55 Zimmern und Suiten ist die Nobel­herberge am Platz. Davon zeugen der Weinkeller mit 19 000 ­Flaschen oder das Gourmet-Stübli La Miranda mit 15 Gault-Millau-Punkten und 1 Michelin-Stern. Dessen Küchenbrigade um Johannes Partoll verwöhnt ebenfalls im Hauptrestaurant die Gäste mit Halbpension.

Selbst an Tagen, an denen das Thermometer über 30 Grad steigt, wird es in Samnaun, umgeben von stattlichen Dreitausendern, dank der frischen Höhenluft nie zu heiss. Und Eltern, die trotzdem mal ungestört abkühlen wollen, sei verraten: Kinder ab drei Jahren werden bis November von 14 bis 18 Uhr betreut. Während dieser Zeit können sie den auf 1500 Quadratmeter ausgebauten Wellness-Bereich geniesssen, samt grossem Innen- und kleinem Aussen-Swimmingpool und Sommergarten mit Sonnenterrasse.

Trendige Floating-Therapie

Besonders zu empfehlen ist die trendige Floating-Therapie. Das ist eine medizinische Behandlung, um in den Zustand einer echten Tiefenentspannung zu gelangen, die sonst nur in Meditation oder kurz vor dem Einschlafen möglich ist. In einer Salzwasserlösung schwebt man für 120 Franken während 60 Minuten wie im Toten Meer in einem zuklappbaren Becken bei sanfter Musikberieselung. Dabei wird die Sinneswahrnehmung auf ein Minimum reduziert, wodurch eine Art Trance erreicht wird. Die Methode bewirkt Schmerzlinderung und Stressabbau. Bloss schade, dass man wieder aufwachen muss.

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Das «Chasa Montana» mag zwar nicht gerade zentral liegen, aber die Reise lohnt sich doppelt. Zum einen ist es eines der wenigen Schweizer Hotels, in denen man eine Floating-Therapie machen kann. Zum anderen ist man hier oben völlig losgelöst.