Elon Musk macht mit einem neuen Projekt von sich reden. Der US-Unternehmer will ein unterirdisches Verkehrsnetz für Busse bauen. Die Busse sollen mit Liften in den Untergrund gesenkt werden und dort auf rollenden elektrischen Plattformen durch die Tunnels flitzen – mit einer Geschwindigkeit von bis zu rund 240 Stundenkilometern. Musk sieht ein Tunnelsystem mit Tausenden von kleinen Haltestellen vor. Dieses engmaschige Netz von Stationen soll Passagiere möglichst nah an ihr Ziel bringen.

Mit der Vision macht Musk eine Kehrtwende. Letztes Jahr hatte er eine ähnliche Idee vorgestellt – nur wollte er damals noch Autos auf rollenden Plattformen durch unterirdische Röhren schicken. Jetzt will Musk Fussgängern und Velofahrern den Vortritt lassen. Sie sollen für seine Tunnelbohrfirma Boring Company ab sofort im Fokus sein. Zuerst den Öffentlichen Verkehr zu fördern, sei eine Frage von Fairness und Höflichkeit, schreibt Musk auf Twitter. «Wenn sich jemand kein Auto leisten kann, soll er zuerst fahren dürfen», so der Patron des Autoherstellers Tesla.

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Passagierbus: Dieses Gefährt soll durch Tunnels flitzen.

Quelle: Boringcompany

Ein Superzug für die US-Ostküste

Zu den Kosten und dem Zeitplan für sein Projekt schweigt sich Musk aus  – und auch sonst lässt der Unternehmer viele Fragen offen. Musk verkündete die Idee am vergangenen Freitag lediglich mit einigen Meldungen auf Twitter und einem Video, worin das Konzept demonstriert ist. Der Unternehmer ist für seine spektakulären Ankündigungen bekannt, und er kann auch Erfolge vorweisen. Doch seine Tunnelbohrfirma Boring Company, mit der Musk die Idee vorantreibt, hat bis jetzt noch kein einziges Projekt fertiggestellt. Unter anderem will Boring eine Strecke für den Superzug «Hyperloop» an der US-Ostküste bauen.

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Bohrmaschine: Musk sieht die Lösung für viele Verkehrsprobleme im Untergrund.

Quelle: Boringcompany

Die Boring Company geniesst für Musk nicht Priorität: Lediglich zwei bis drei Prozent seiner Zeit wende er dafür auf, sagte Musk laut dem Sender «CNN». Bei dem Unternehmen arbeiteten hauptsächlich Praktikanten und Teilzeitangestellte. Musks Eingeständnis überrascht nicht – schliesslich muss der US-Unternehmer noch den Autohersteller Tesla leiten. Auch für seine Raktenfirma Space X wird der Tausendsassa einige Zeit reservieren müssen – mit ihr verfolgt er das Ziel, Menschen zum Mars zu schicken.

(mbü)