Es muss nicht immer Jaguar sein. Oder Lamborghini. Wobei, schön sind sie ja, die Sportler des Jahres. Ob brave Wagen oder sportliche Biester - unter den Neuheiten 2015 findet sich alles.

Audi R8

2006 brachte Audi ein zeitlos schönes Mittelmotor-Coupé mit Allradantrieb; seither wurden über 25'000 Einheiten des R8 verkauft. Im Sommer wird nun eine zweite Serie lanciert. Deren Alu-Chassis ist leichter und steifer und entspricht weitgehend dem Lamborghini Huracán, weist aber eigene Proportionen auf. Ein 5,2-Liter-V10 setzt 540 oder 610 PS frei und katapultiert den 1,4-Tonner in 3,5 Sekunden (610 PS: 3,2 Sekunden) auf Tempo 100. Vmax: 330 km/h. Schade: Das Aussendesign des ab 219'900 Franken teuren R8 ist etwas gar überraschungsarm geraten.

BMW 2er Gran Tourer

Für konservative BMW-Fahrer ist der 2er Active Tourer eine Provokation, denn er bricht mit zwei Tabus: einen Minivan zu bauen und Frontantrieb einzusetzen. Jetzt setzt der Hersteller noch einen drauf und bringt den 4,56 Meter langen Gran Tourer mit bis zu sieben Sitzplätzen. Während die Basismodelle mit drei Zylindern an den Start gehen, empfehlen sich fahrdynamisch die Vierzylinder (Tipp: 218d mit 2,0-Liter-Turbodiesel und 150 PS) und der Achtstufen-Automat. Nachteile: Untersteuern in schnellen Kurven (Allradantrieb soll folgen) und der unverhältnismässig höhere Preis. Ab 38'100 Franken.

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Ferrari 488 GTB

Auf den 2009 vorgestellten, rassigen 458 folgt bei Ferrari die Ziffer 488 mit dem Zusatz GTB - Gran Turismo Berlinetta bezeichnet ein Sportcoupé, was in diesem Fall untertrieben ist. Der 488 GTB ist ein optisch modifizierter 458. Und ein V8-Heckmittelmotor-Bolide, dessen 3,9-l-Triebwerk nicht mehr saugt, sondern aus Emissionsgründen jetzt über Turbo-Power sowie 670 PS und 760 Nm verfügt. Die Kraftübertragung erfolgt per Doppelkupplungsgetriebe und ermöglicht den Sprint in drei Sekunden auf 100 km/h, in 8,3 auf 200 und eine Höchstgeschwindigkeit von 335 Kilometer pro Stunde. Heiss ist auch der Preis: ab 222'000 Euro.

Fiat 500 X

Die Automarke Fiat lebt heute vor allem von der Modellreihe 500. Den neuen Ableger 500 X kleidet Fiat hochbeinig ein. Nach dem L ist der 4,28 Meter lange, 2,03 Meter breite und 1,62 Meter hohe X der zweite fünftürige 500er; es gibt ihn in einer Strassen- sowie einer etwas rustikaleren Offroad-Variante. Allrad ist nur dort zu haben (mit automatisch entkoppelnder Hinterachse und im Topmodell sogar mit Neunstufen-Automat). Motorisch werden 110 bis 140 PS geboten. Wir würden den bis zu 185 Kilometer pro Stunde schnellen, sparsamen 120-PS-Diesel mit Sechsgang-Schalter nehmen. Die Preise starten bei 19'990 Franken.

Ford Mustang

Bei uns mussten Fans des Mustangs bislang beim Grauimporteur vorsprechen. Vorbei: Die sechste, 4,78 Meter lange und komplett neue Mustang-Generation gibt es als Coupé oder Cabriolet ab Juni ganz offiziell beim Ford-Händler. Die grösste Überraschung wartet unter der Motorhaube: Dort kann neben dem Topmodell mit 5-Liter-V8 (418 PS, Durchschnitt 13,5 Liter) auch ein 2,3-Liter-Vierzylinder mit 314 PS sitzen. Fahrleistungen sind noch nicht bekannt, dürften aber auch für beherztes Fahren ausreichen. Auch Verbrauch (8,0 Liter) und Preis stimmen: ab 38'000 Franken.

Honda NSX

Als der erste NSX im Jahr 1990 auf den Markt kam (in den USA und Hongkong wurde er als Acura NSX verkauft), strotzte er vor technischen Innovationen: Alu-Chassis, elektronische Servolenkung, Drive-by-wire-Drosselklappen, Titan-Pleuel - und ein V6-Sauger, der knapp 9000 Touren drehte und 274 PS hervorbrachte! Nach über einer Dekade Pause kommt Ende Jahr NSX Nummer zwei mit Vollhybrid-Allradantrieb aus einem 3,8-Liter-V6 sowie drei E-Motoren; die Systemleistung liegt bei rund 600 PS. Das sollte für 330 Kilometer pro Stunde genügen; nähere Angaben liegen noch nicht vor. Die Kraft fliesst an die Hinterräder. Der in den USA gebaute Öko-Sportler dürfte zirka 140'000 Franken kosten.

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Jaguar XE

Die britische Tata-Tochter Jaguar zieht derzeit alle Register, um sich breiter aufzustellen. Als neues Einstiegsmodell dient ab Juni die 4,67 Meter lange Limousine XE, deren klassisches Styling sich formal eng an den XF hält, aber eine Nummer kleiner ausfällt. Der neue Viertürer besteht weitgehend aus Aluminium. Derzeit ausschliesslich mit Heckantrieb lieferbar, sorgt das hervorragende Fahrwerk für optimale Traktion. Ein Diesel in zwei Leistungsstufen sowie Vier- und Sechszylinder-Benziner von 163 bis 340 PS stehen zur Wahl. Ab 45 500 Franken ist man dabei.

Lamborghini Aventador SV

Die Rivalität Ferrari - Lamborghini bezieht sich seit je auf die mögliche Endgeschwindigkeit. Jetzt geht das Duell in die nächste Runde - mit einem Aventador LP750-4 Superveloce (kurz SV), der in 2,8 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt, für den Sprint auf 200 Kilometer pro Stunde lediglich 8,6 Sekunden benötigt, den Club 300 nach nur 24 Sekunden erreicht und über 350 km/h schnell ist. Ermöglicht werden solch extreme Fahrleistungen durch ein Ensemble neuer Spoiler - und vorrangig einen 6,5-Liter-V12 mit 750 PS sowie 690 Nm. Preis: 327'000 Euro - plus Steuern.

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Lotus Evora 400

Weniger Gewicht, mehr Power, das ist die Formel für den neuen Lotus Evora 400, der noch 1415 Kilo wiegt, 406 PS aufweist, in 4,2 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und 300 km/h schnell fährt. Möglich macht dies ein modifizierter Toyota-V6-Kompressor mit 3,5 Liter Hubraum. Damit stellt das zweisitzige Mittelmotor-Coupé die Speerspitze der Traditionsschmiede dar; das Auto kommt im August und wird um 105'000 Franken kosten. Im Preis enthalten sind Navigation, deutlich mehr Sound, dazu Exklusivität und Britishness; optisch ist das Modell an neuen Bug- und Heckpartien zu erkennen.

McLaren 675LT

Die Sportwagenschmiede McLaren versteht sich als britische Ferrari-Alternative und baut ihr Angebot weiter aus. Die jüngste Variante basiert auf dem 650S, wird 500 Mal gebaut und nennt sich 675LT. Während die Ziffern auf die PS-Leistung hinweisen (dazu kommen 700 Nm), steht die Buchstabenkombination für «Long Tail»: eine 3,5 Zentimeter längere Heckpartie, deren ausfahrbarer Spoiler auch als Luftbremse fungiert und den Abtrieb um 40 Prozent erhöht. Der Verbrauch spielt angesichts der Fahrdynamik (0 - 100 in 2,9 Sekunden, 330 Kilometer pro Stunde) eine untergeordnete Rolle. Kostenpunkt: ab 333'000 Franken.

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Mitsubishi L200

Der klassische Pick-up ist keine reine US-Veranstaltung mehr, sondern hat auch in Europa eine treue Kundschaft. Auf sie zielt die fünfte Auflage des L200, der nach wie vor in Thailand gebaut wird. Er basiert auf dem neun Jahre lang gebauten Vorgänger, tritt aussen wie innen aber etwas strenger auf. Wesentlichste Neuerung ist ein moderner 2,4-Liter-Turbodiesel mit 154 oder 181 PS, der sich im Schnitt mit rund 6 Litern begnügt. Der permanente Allradantrieb ist abschaltbar und das ganze Auto - es gibt Karosserievarianten mit Einzel- oder Doppelkabine - ab Ende Jahr auch mit Fiat-Logo zu haben; die gut ausgestattete Mitsubishi-Ausführung kostet ab zirka 26'500 Franken.

Renault Kadjar

Bei Crossover-Modellen war Renault bis vor kurzem nicht so trittsicher - man übernahm lieber asiatische Modelle und klebte das eigene Logo drauf. Bei dem 2013 eingeführten Captur allerdings bewiesen die Franzosen das richtige Gespür: Der PW-artige Kompaktwagen im Offroad-Look verkauft sich bestens. Ergo wird im Sommer der etwa 30 cm längere Kadjar (4,46 Meter) auf Nissan-Qashqai-Basis nachgereicht, um die Softroader-Welle nicht zu verpassen. Preise sind noch nicht bekannt, dürften aber ab 26'500 Franken betragen.

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Skoda Superb

Qualität mal Preis: Mit dieser Formel hat sich Skoda im VW-Konzern eine Alleinstellung erarbeitet. Bestes Beispiel ist das Flaggschiff Superb: Seit der Revitalisierung des Modellnamens im Jahr 2001 ist die Limousine erste Wahl, wenn es um bezahlbaren Luxus geht. Es gibt Annehmlichkeiten wie Regenschirme in den vorderen Türen, ein adaptives Fahrwerk, Siebenstufen-Automat oder Allrad. Das Leistungsangebot reicht von 125 bis 280 PS; die Preise starten bei etwa 30'000 Franken, eine Kombi-Version folgt Anfang Herbst.

Subaru Levorg

Die Nummer eins unter den Allrad-Herstellern heisst Subaru - weltweit wie auch in der Schweiz. Das Topmodell Legacy allerdings ist seit diesem Jahr Geschichte; geblieben ist nur die höher gelegte Crossover-Variante Outback. Der legitime Legacy-Nachfolger kommt im Herbst, ist 4,69 Meter lang und heisst Levorg. Die Modellbezeichnung entspringt der japanischen Fantasie (LEgacy, ReVOlution, TouRinG …), doch Assoziationen zum kleinen Range Rover Evoque sind wohl beabsichtigt. Zumal der Levorg mit Premium-Anspruch vorfährt, etwa mit modernstem Infotainment sowie permanentem Allradantrieb. Bei geschätzten 31'000 Franken gehts los.

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Suzuki Vitara

Nein, Vitara steht weder für einen Müesliriegel noch für Vollkornbrot. Sondern für jenen Vorreiter aller Kompakt-SUVs, der 1988 auf den Markt kam, ab 1998 Grand Vitara hiess und in insgesamt vier Generationen längst ein Millionenseller geworden ist. Dieser Tage bringt Suzuki ein komplett neues Modell in die Schweiz - 4,17 Meter kurz und ohne «Grand». Antriebstechnisch gibt es 1,6-Liter-Motoren (Benzin/Diesel) mit je 120 PS; der Verbrauch beträgt 5,7 respektive 4,2 Liter. Mit Preisen ab 22'990 Franken und permanentem Allradantrieb empfiehlt sich der fünftürige Vitara als bezahlbarer, patenter Ganzjahreswagen.

Volvo XC90

Der schwedische Hersteller Volvo, seit 2010 in chinesischer Hand, plant nicht weniger als ein komplett neues Modellprogramm. Technischer Vorreiter dieser Strategie ist der zweite und 4,95 Meter lange XC90: Mit dem ab Mai verfügbaren Softroader beweist die Marke, dass Umweltschutz und Komfort kein Widerspruch sein müssen. Als Antriebsquellen kommen ausschliesslich Vierzylinder mit 190 bis 320 PS zum Einsatz. Topmodell ist ein T8 Twin Engine genannter Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 400 PS, der im Drittelmix nur 2,7 Liter (!) benötigt. Die Preise beginnen bei 69'600 Franken.

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