Die gute Nachricht: In der Schweiz gibt es vergleichsweise wenige Ladendiebe. Die schlechte: Dafür bestehlen die eigenen Mitarbeiter ihre Firmen umso mehr. Das zeigt eine weltweite Studie zum Warenschwund im Detailhandel, die der Datendienstleister «The Smart Cube» erstellt hat.

Warenschwund hat den Schweizer Detailhandel im vergangenen Jahr ganze 786 Millionen Franken gekostet. Die Verluste durch fehlende Waren betrugen damit 0,76 Prozent der Gesamteinnahmen. Weltweit machten die Kosten gar 1,23 Prozent vom Umsatz aus. Gegenüber der letzten Untersuchungsperiode beobachten die Studienherausgeber eine Zunahme in allen Regionen ausser Europa.

Fast so viele unehrliche Mitarbeiter wie Ladendiebe

Die Schweiz steht im internationalen Vergleich gut da: Von den 24 untersuchten Ländern verschwinden einzig in Norwegen weniger Waren als hierzulande. Am unteren Ende der Skala befinden sich die Niederlande und Mexiko. Im europäischen Schlusslicht Niederlande ist der Verlustanteil am Umsatz immerhin doppelt so gross wie in der Schweiz. Dort gehen ausserdem 73 Prozent der Verluste auf Ladendiebstahl zurück, in der Schweiz ist das nur bei der Hälfte aller Fälle der Fall.

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Hierzulande ist der Feind dafür häufiger in den eigenen Reihen zu suchen: Rund 41 Prozent aller Verluste gehen in der Eidgenossenschaft auf das Konto von unehrlichen Mitarbeitern. Von den europäischen Ländern sind Mitarbeiter nur in Russland noch unehrlicher. Laut Studie sind befristete Arbeitsverhältnisse, tiefere Löhne als Vollzeitangestellte oder Unzufriedenheit mit dem Arbeitgeber für stehlende Angestellte verantwortlich. Den Rest der Verluste verursachen diebische Lieferanten oder es sind Fehler ohne kriminelle Absicht.

Hohe Präventionskosten

Um die Kosten von solchen Verlusten zu reduzieren, setzt eine Mehrheit der Schweizer Detailhändler auf Alarm- und Videoüberwachung sowie andere, moderne Diebstahlsicherungen. Dabei werden diskrete Methoden bevorzugt, um regulär Einkaufende nicht zu stören. Insgesamt geben Detailhändler für die Sicherung gegen Diebe 486 Millionen Franken aus.