Von «echten» Bikern werden Rollerfahrer zwar belächelt – zu Unrecht, denn Scooter bieten vor allem im Nahverkehr selbst im Vergleich zu Motorrädern zahlreiche Vorteile. Aufgrund der heute üblichen Antriebsautomatik kommt jedermann auf Anhieb spielend damit zurecht. Gas geben und bremsen – einfacher gehts nicht. Anschaffungskosten, Unterhalt und Verbrauch sind deutlich geringer als beim «Töff». Perfekter Wetterschutz, meist ausreichend Stauraum für den Helm sowie gute Verkehrsübersicht sind weitere positive Eigenschaften.

Mit über 200 Modellen ist das ak­tuelle Rollerangebot nahezu ebenso breit gefächert wie dasjenige der Motorräder. Vom sportlichen 50er bis zum 77 PS starken 850er-Maxi-Scooter ist alles zu haben. Mit rund 100 Stundenkilometern Spitze verfügen Scooter dieser Klasse über ausreichend Performance für den Nahverkehr. Dazu kommt, dass sie von Automobilisten nach einem achtstündigen Praxisfahrkurs ohne weitere Prüfung gefahren werden dürfen.

Premium-Angebot von Honda

Einer der exklusivsten und mit 5530 Franken auch einer der teuersten 125er-Roller ist der neue Honda Forza 125. Er wirkt erwachsen, grösser und eleganter als die meisten seines Segments. Moderne LED-Beleuchtung, saubere Detailverarbeitung sowie aufwendige Effektlackierung untermauern den Premium-Anspruch. Auch die Grundausstattung lässt keine Wünsche offen.

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Die Höhe des Windschilds lässt sich selbst während der Fahrt mehrfach einstellen. Das grosse Staufach unter der Sitzbank fasst nebst zwei Integralhelmen zusätzlich jede Menge Kleinzeug. Sogar ein Squash-Schläger findet Platz. In der vorderen Verkleidung ist ein weiteres, ebenfalls sehr grosses Fach. Die 12-Volt-Steckdose zum Aufladen des Smartphones und das Zündschloss mit zusätzlicher Diebstahlsicherung entsprechen dem Zeitgeist.

Sicher und komfortabel

Auf der bequemen Stufensitzbank ist reichlich Platz. Die Ergonomie zum Lenker passt. Der Fahrer fühlt sich auf angenehme Weise eins mit dem Fahrzeug. Ob sportlich mit angewinkelten Beinen oder ausgestreckt im Cruiser-Stil – die langen Trittbretter machen beides möglich. Sie bieten zudem guten Wetterschutz. Dazu kommt, dass der 159 Kilogramm schwere Forza im Stand einfach zu manövrieren ist.

Bezüglich Antritt und Durchzug werden nur wenige Mitbewerber dem Forza 125 das Wasser reichen können. Das gilt ganz besonders für den innerorts oft gefahrenen Bereich zwischen 30 und 60 Stundenkilometern. Beeindruckend ist zudem das Beschleunigungsvermögen am Berg, wo der 15 PS starke Forza selbst mit hubraumstärkeren Rollern problemlos mithalten kann. Scheibenbremsen und ABS sind bei einem Premium-Scooter natürlich Pflicht.

Das beliebteste Modell von Vespa wird wiederbelebt

Premium-Qualität zum erschwinglichen Preis – das verspricht Yamaha mit dem ab Mitte Juni erhältlichen NMax 125. Der lediglich 127 Kilogramm schwere Flitzer wurde speziell für den Stadtverkehr konzipiert, wo er mit Antrittsstärke, Handlichkeit und Fahr-spass punktet. Der komplett neue, 13 PS starke Viertaktmotor ist auf bestmögliche Performance und ­rigorose Sparsamkeit getrimmt. Dynamisches Design, hochwertige Verarbeitung und Ausstattung mit ABS runden den überzeugenden Eindruck ab.

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Mit der Primavera 125 lässt Roller-Erfinder Vespa eines der erfolgreichsten Modelle wieder aufleben. Zahlreiche Details übernehmen in moderner Ausführung die traditionelle Vespa- Zeichensprache. Breiter Frontschild, schlanke Wespentaille sowie spitz zulaufendes Heck sind die typischen Vespa-Merkmale. Die Technik ist zeitgemäss, die Karosserie nach klassischer Art des Hauses aus Stahlblech gefertigt. Für 4395 Franken erhalten Interessenten ein wahres Stück Zeitgeschichte – allerdings ohne ABS.

Auf ABS und Sonderausstattung verzichten müssen auch Kunden des Tell Zahara 125, der lediglich 1590 Franken kostet und nicht von Zweirad-Fachbetrieben, sondern über die Detailhandelskette Landi angeboten wird. Bezüglich Performance, Fahrstabilität, Design und Detailverarbeitung kann der einfache Low-Budget-Scooter nicht ganz mit den um ein mehrfaches teureren Mitbewerbern mithalten. Zentral- und Seitenständer, Elektro- und Kickstarter, Helmfach mit Zentralverriegelung sowie ein Gepäckträger mit integrierten Soziusgriffen sind allerdings dabei, und das ist doch ganz beachtlich.

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Roller in der Schweiz

Verkäufe 21'383 Roller wurden im vergangenen Jahr hierzulande verkauft – nahezu ebenso viele wie Motorräder.

Trend Am beliebtesten sind 125er-Roller. Davon wurden 2014 genau 12'425 Stück neu in Verkehr gesetzt.

Leader Meist­verkaufte Rollermarken sind Yamaha (5'022 Verkäufe 2014), Honda (3'725) und Vespa (3'436).