Burkhardt-Gual­linis filigrane Porzellangefässe verbinden die alte Neriage-Technik mit modernen Formen und Mustern, Baumgartners Bilder traditionelle Schriftkunst mit zeitgenössischer Rahmung. Beiden gemeinsam ist die Reduktion auf das ­Wesentliche, ihre Eleganz und Ausdruckskraft. Bis zum ­10. Januar 2015 sind ihre Arbeiten in der Zürcher Galerie Claudia Geiser zu sehen.

Die Keramikerin Angela Burkhardt-Guallini arbeitet seit 30 Jahren ausschliesslich in der japanischen Neriage-Technik. Dabei entstehen die Farben und Muster nicht durch Malerei oder Glasur, sondern durch unterschiedlich eingefärbte Porzellanplatten. Sie werden verbunden, in Streifen geschnitten, wieder zusammengefügt und dann gebrannt. Die Gefässe aus feinstem durchscheinendem Seto-Porzellan belässt sie mehrheitlich weiss, verarbeitet sie zu schlichten Formen und versieht sie mit zarten Mustern aus schwarzen und teils roten Linien. Für ihre unverkennbaren Werke wird Burkhardt regelmässig auch in Ostasien ausgezeichnet.

Denise Baumgartner übt die japanische Schriftkunst seit mehr als 20 Jahren aus. In Ostasien vermittelt die Schrift nicht nur Inhalt. In der Art der Schrift und Striche und in der Verteilung von Schwarz und Weiss ist auch die Persönlichkeit der Schreibenden erkenntlich. Mit Pinsel und Tusche verwandelt Baumgartner Gedichte und Worte in Bilder, die auf den Betrachter auch ohne Kenntnis der Schriftzeichen wirken. Es sind Schöpfungen des Augenblicks, die in Minutenschnelle entstehen und nicht mehr verändert werden können. Bis die Tuschelinien auf dem Papier zu ­einem harmonischen Ganzen zusammenwachsen, sind oft zahllose Versuche notwendig.

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