Bereits im Helmhaus und zuletzt in einer Gruppenausstellung mit Ai Weiwei in Peking zeigte Utzni Holzschnitte. Der Holzdruck ist jedoch nur ein Medium in seinem künstlerischen Schaffen, das von Malerei, ­Fotografie, Video bis hin zu Performances reicht. Die Präsentation der Blätter lässt zunächst an die poppigen Siebdrucke Warhols denken. Die Motive beziehen sich auf die Inflations-Briefmarken während und nach dem Ersten Weltkrieg, als schier unvorstellbare Summen die Marken zierten.

Utzni adaptiert die Markenbilder und abstrahiert sie zugleich, indem er sie auf das Format 49 mal 42 Zentimeter vergrössert und auf historische Motive wie Posthörner und Angaben wie «Deutsches Reich» verzichtet. Er bedient sich der Bilder aus dem kollektiven Gedächtnis und transportiert sie in die Gegenwart. Modifiziert und in einen neuen Kontext gesetzt, schaffen sie aktuelle ­inhaltliche Bezüge wie etwa zur gegenwärtigen Krise in Europa. Der Holzschnitt und die Schablone, mit der er mit Acrylfarbe Zahlen und Buchstaben über die gedruckten Mandalas geschrieben hat, stehen dabei scheinbar im Widerspruch. Während der Holzschnitt ein präzises, langsames Arbeiten erfordert, ermöglicht die Schablonentechnik ein schnelles Übertragen. Parallel dazu zeigt die Galerie unter dem Titel «Umriss» Werke von Nina Childress. (ba)

Galerie Bernard Jordan, Zwinglistrasse 33, Zürich, bis 13.12.2012.