Die Rangliste der besten Unternehmen beruht auf klaren Messzahlen. Wem gelingt es, für die Eigentümer einen Mehrwert zu schaffen? Die Wertschaffung setzt sich zusammen aus dem Kursgewinn des vergangenen Jahres und der ausgeschütteten Dividende. Allerdings enthalten die Kursveränderungen immer auch allgemeine Börsenbewegungen. Die wahren Firmenwerte müssen in komplizierten Berechnungen für jede einzelne Gesellschaft ermittelt werden. Berücksichtigt wurden von den Experten von OLZ & Partners die Markteinflüsse und die Risiken bei den Firmen selbst (siehe «Der lange Weg zur wahren Wertschaffung» auf Seite 77). Untersucht wurden kotierte Unternehmen, die eine Börsenkapitalisierung von mindestens 100 Millionen Franken auf die Waage bringen.

Mit einer Wertschöpfung von 26,1 Milliarden Franken steht Roche 2005 einsam an der Spitze, deutlich vor Nestlé mit knapp zwölf Milliarden Franken «Überrendite» für ihre Aktionäre. Und auch bei ABB kamen die Eigentümer auf ihre Rechnung (siehe Rangliste auf Seite 73).

Ganz anders bei der Swisscom: Rechnet man genau, dann resultiert für den Konzern eine Wertvernichtung von fast fünf Milliarden Franken. Der Bund als Mehrheitseigentümer und alle übrigen Aktionäre hätten viel besser ihr Geld ganz einfach in den Swiss Performance Index gesteckt. Dabei geht es um mehr als nur die erzielte Rendite, berücksichtigt wird auch das Risiko der einzelnen Firmen im Vergleich zum Gesamtmarkt.

Für diese Risikoberechnung nutzen die Experten von OLZ mathematische Annäherungen, Experten sprechen vom so genannten Blume-Beta. «Dieses ist eine sinnvoll anwendbare Schätzung. Zusammen mit den anderen harten Zahlen gibt das Blume-Beta für das Unternehmen klare Information darüber, wie viel Wertschöpfung es aktiv erreicht», erläutert Pius Zgraggen, Partner von OLZ.

Zusätzlich zum Finanzteil stellen wir unter den Top 100 auch Vergleiche in den Kategorien Kommunikation, Strategie, Corporate Governance und Branding an. Hier spielen die subjektiven Eindrücke eine grössere Rolle. Für jedes der Spezialgebiete haben Experten die 100 Firmen nochmals bewertet: Mit der Stärke der Marken hat sich Advico Young & Rubicam befasst. Im Bereich Corporate Governance untersucht Heidrick & Struggles International, wie die Standards der Unternehmensführung und der Kontrolle gehandhabt werden. Die Strategie ausgesuchter Firmen unter die Lupe genommen hat die Monitor Group. Die Agentur Zenhäusern & Partner beleuchtet die Kommunikation der Top-100-Firmen.
Bei der immer wichtigeren Information sind die Ergebnisse wesentlich stabiler. Die Namen an der Spitze sind dieselben: Diesmal liegt die Georg Fischer knapp vor der Luzerner Kantonalbank, im Vorjahr waren beide noch gemeinsam an der Ranglistenspitze. Direkt auf Rang 2 schafft es die St. Galler Kantonalbank, die 2004 noch nicht in der Rangliste der Top-100-Unternehmen erschien.

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Nach dem Motto «Je länger der Zeithorizont, desto aussagekräftiger die Zahlen» weisen wir erstmals eine Rechnung für die vergangenen drei Jahre vor. Dank einem fulminanten Spurt im Jahr 2005 steht auch hier die Roche klar an der Spitze, obwohl es in den Vorjahren für die Roche-Eigner nicht sehr lukrativ aussah. Laut Zgraggen haben immerhin gut 38 Prozent aller untersuchten Firmen in jedem der vergangenen drei Jahre eine Überrendite erwirtschaften können (siehe Rangliste auf der rechten Seite). Anderseits haben drei Prozent der Firmen jedes Jahr Wert vernichtet. Prominentestes Beispiel ist die Swiss Re.