So, wie das die Meisteruhrmacher aus Le Locle schon mit der «Genghis Khan» oder mit der «Alexander the Great Westminster Tourbillon»-Minutenrepetition gemacht hatten. Mit der aktuellen, auf 99 Stück limitierten Entwicklung geht Ulysse Nardin erneut einen Schritt über traditionelle Uhrmacherei ­hinaus und verwendet Silizium für Hemmung sowie Anker des eigenen Werks UN-690. Zum Verstellen der Uhrzeit wird die Krone nicht – wie sonst üblich – herausgezogen, sondern über einen Drücker aktiviert. Bei 10 Uhr ist der Ein-/Aus-Drücker platziert, mit dem der Musikmechanismus aktiviert oder deaktiviert wird. Die «Stranger» besitzt nicht nur eine technische, sondern auch eine artistisch-musikalische Komponente. Nachempfunden ist sie einer klassischen Spieluhr oder -dose. Nur ertönt die Melodie nicht ab ­einer Rolle mit Dornen, sondern ab einer kreisrunden, ins Zifferblatt integrierten Platte. Deren Dornen wiederum lassen, gut einsehbar, zehn Klingen als Tonträger wirken. Entwickelt wurde das Sammlerstück über einen Zeitraum von fünf Jahren. In der letzten Phase war der Yello-Musiker und Konzeptkünstler Dieter ­Meier Begleiter des Œuvre. Der Zürcher Hansdampf in allen Gassen ist seit 1983 an der Manufaktur Ulysse Nardin beteiligt. Warum aber Sinatra statt Yello? Meier: «‹Strangers in the Night› besitzt etwas Filmisches. Wenige Töne reichen und man erinnert sich an den Hit Frank Sinatras aus dem Jahr 1966.»

Die «Stranger» von Ulysse Nardin kostet 105'000 Franken und ist auf 99 Stück limitiert.