Die Zeit stolpert, taumelt, gerät irgendwie aus dem Gleichgewicht. Möwen fliegen vorüber, verzögern ihren Flügelschlag, werden langsamer und bleiben schliesslich in der Luft fast stehen.

Mit einem Ruck kommt das hoteleigene Schnellboot am Strand der thailändischen Insel Naka Yai zur Ruhe. 15 Minuten dauert die Fahrt zwischen den Welten, zwischen der touristischen Gedrängtheit drüben am Yachthafen Phuket und der luxuriösen Losgelöstheit auf der Hotelinsel. Die strahlende Empfangs­dame reicht ein kühles Tuch. Es duftet nach Zitronengras. «Sawasdee», sagt sie zur Begrüssung. Willkommen in der Illusion, denkt der Gast. Im selben Moment bilden sich auf seiner Stirn die Querfältchen zurück, die abgesunkenen Mundwinkel heben sich. Schmilzt die Zeit?

VORBEUGENDE WELLNESS. «Auf Naka Yai gehen die Uhren anders», sagt Ana Maria Tavares, die Hotelmanagerin. «Sie ticken nach dem Rhythmus unserer Gäste.» Die Portugiesin wirkt trotz ihren lebhaften Augen ein wenig erschöpft. Das Resort hat eben erst eröffnet, mit mehrmonatiger Verspätung, wie dies bei Hotelprojekten dieses Kalibers üblich ist. Mit leiser, langsamer Stimme heisst sie den Gast willkommen: «Feel at home.» Das ist schwierig. Die 61 Villen, die sich über den Hang und entlang dem Strand der authentischen Fischerinsel verteilen, haben eine Fläche von je mindestens 450 Quadratmetern. Alle verfügen über eigenes Schwimmbad, Paradiesgarten und geschickt versteckte Hightech. Das zurückhaltend moderne Ethno-Design mit fliessenden Grenzen zwischen Aussen- und Innenwelt wirkt wie in die Landschaft hineinkomponiert. In typischer Six-Senses-Manier wurde die Anlage nach höchsten ökologischen Standards und mit einer Art geerdetem Luxus eingerichtet.

Doch während die Kette Six Senses andernorts das luxuriöse Naturerlebnis in spektakulärer Umgebung und absoluter Privatsphäre, angereichert durch gelegentliche Spa-Behandlungen, in den Vordergrund stellt, wandeln die Gäste im Resort Six Senses Spa Destination ihren Lifestyle in einen Healthstyle um. Wer will, kann hier sein Leben in gesündere Bahnen lenken. «Vorbeugende Wellness» heisst das Zauberwort. Das bedeutet strukturierte, von Therapeuten und Gesundheitsprofis massgeschneiderte Programme, die nicht nur kurzfristig Körper und Seele regenerieren, sondern Erfahrungen und Werte weit über die Behandlungen und den Zeitraum des Aufenthalts hinaus vermitteln.

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«Es geht heute nicht darum, den Gast von Behandlung zu Behandlung zu hetzen, sondern ihn persönlich zu betreuen», sagt Tavares. «Ihm etwas auf den Weg zu geben, damit er in der Lage ist, den Stress besser zu meistern.» Man kann ihr glauben. Denn sie hat vor zwölf Jahren bereits das «Chiva Som» ins Leben gerufen und während sechs Jahren geführt – den Pionierbetrieb unter Asiens Health-Resorts, der bis heute den New-Age-Jetset in seinen Bann zieht. Der Unterschied? Das «Six Senses Spa Destination» bietet mehr Platz. Mehr Sexappeal. Mehr Wahlmöglichkeiten für Wohlstandsverwöhnte, die leistungsfähig bleiben wollen. Jedenfalls muss man mindestens 1200 Franken pro Nacht flüssig haben – das ist der Preis pro Person bei Doppelbelegung der kleinsten Villa mit Vollpension und zwei einstündigen Spa-Treatments täglich. Die bestgelegenen Luxusvillen kosten zweieinhalbmal so viel.

Angelpunkt des Resorts ist «The 7th Sense», der 3000 Quadratmeter grosse Spa-Bereich, der – weltweit einmalig – vier Konzepte vereint. Rund 160 Behandlungsmethoden aus China, Indien, Indonesien und Thailand werden in Pavillons von rund 100 Therapeutinnen und Therapeuten durchgeführt. Unheimlich fit sehen sie aus, irgendwie beseelt von einer inneren Konzentration. Damit bei den Therapien alles passt, wird der Gast am Anreisetag einem Gesundheitscheck unterzogen.

PERFEKTION IM DETAIL. Wenn dieser nach der Chi-Neit-Tsang-Therapie, der Akupressur und der Yogasession dann beim Eistee im Garten seiner Villa an der Sonne sitzt, fühlt er sich relaxt – entspann­ter, als wenn er direkt zu Eistee und Sonne übergegangen wäre. Er läuft etwas mehr barfuss herum als sonst. Dann blättert er im weiteren Angebot: Equilibropathy, das ganze ayurvedische Abc, energetische Gesichtsbehandlungen. Eine Spezialität sind die sogenannten Life-Passages-Programme, die neue Wege in persönlichen Veränderungsphasen aufzeigen, etwa Body Confidence (21 Nächte), Mother-to-be (10 Nächte) oder Detoxify & Purify (14 Nächte).

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Die meisten Gäste kommen für zehn bis vierzehn Tage auf die Insel, buchen drei, vier Treatments pro Tag und ergänzen die Anwendungen durch Pilates- und Tai-Chi-Lektionen, Kinesis-Training oder auch Segeln und Tauchen. Jeder kann sich die Aktivitäten aussuchen, die ihm behagen – und wenn man einfach lieber nur im Pool schwimmen oder zum Dinner eine gute Flasche Wein trinken möchte, ist das auch okay. Das Restaurant Ton-Sai erfreut mit köstlich frischer Spa-Cuisine und Traum­aussicht auf die Phang-Nga-Bucht. Im Zweitlokal The Point liegt der Schwerpunkt auf Rohkostgerichten, die aus Zutaten hergestellt werden, die im Resort wachsen. Durch die veränderten Ess­gewohnheiten und das Mehr an Aktivitäten verliert man hier locker ein paar überflüssige Kilos.

Obschon das Resort erst offiziell eröffnet worden ist, ist es schwierig, sich ein Zimmer zum gewünschten Zeitpunkt zu ergattern. Die Fangemeinde von Six Senses ist gross. Auch die kleinsten Details funktionieren und greifen ineinander. An alles ist gedacht, und die Angestellten – immerhin zweieinhalb pro Villa – wissen, was der Gast will, bevor er es selbst weiss. Auch die heimischen Tiere bleiben Teil des gezähmten Dschungelidylls. «Gecko!», schreit die gleichnamige Echse abends von den Kokospalmen herunter. Will heissen: Ab ins Bett!

Six Senses bei Phuket: Ab ins Paradies

• Preise: Poolvilla ab 1200 Fr. pro Person bei Doppelbelegung bzw. 1625 Fr. bei Einzelbelegung (Vollpension, täglich zwei Spa-Behandlungen, Gesundheits-Check am Anfang inbegriffen).
Buchung über www.sixsenses.com, Tour­asia (www.tourasia.ch) oder
Kuoni (www.kuoni.ch).
• Anreise: Flug Zürich–Bangkok mit Swiss oder Thai Airways, von dort täglich zahlreiche Weiterflüge mit Thai Airways nach Phuket. Die Six-Senses-Gäste werden kostenlos am Flughafen Phuket abgeholt und zunächst in einer BMW-Limousine zum Yachthafen gefahren (10 Minuten), dann mit einem Powerboot nach Yai befördert (15 Minuten).

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Destination SPA: Die Weltbesten

• Chiva Som, Thailand
www.chivasom.com

Entgiftung, Bewegung, Ernährung, Entschleunigung am Meer.
DZ ab 450 Fr. pro Person (inkl. Vollpension und 1 Massage täglich).
• Ananda in the Himalayas, Indien
www.anandaspa.com

Ayurveda in Reinkultur – und in spektakulärer Natur zu Füssen des Himalaja. Ölwechsel für Körper und Seele. DZ ab 315 Fr. pro Person.
• Canyon Ranch Tucson Arizona
www.canyonranch.com

Neue Lebenskraft schöpfen in der Wüste. Amerikanisch trendy.
Zur Wahl stehen täglich 45 Fitness- und Entspannungslektionen. DZ ab 850 Fr. pro Gast (inkl. Vollpension).
• Lanserhof, Tirol
www.lanserhof.at

Askese auf höchstem Niveau, architektonisch wie therapeutisch, mit innovativen Anti-Aging- und Anti-Stress-Programmen aus westlicher und asiatischer Optik.
DZ ab 200 Fr. pro Person.