Teamcoach Severin Lüthi herzte Roger Federer als Erster. Der Basler hatte eben der Schweiz den ersten Davis-Cup-Triumph beschert. Den Weg geebnet hatte Stan Wawrinka mit seinem Sieg im Auftaktspiel. Doch im Freudentaumel blieb er im Hintergrund. Der Australian-Open-Sieger ist ein schüchterner Charakter. Das ist sympathisch, für neue Sponsoring-Deals aber nicht förderlich. «Das passt halt nicht zu jeder Marke», sagt Sportmarketingexperte Peter Rohlmann.

Keine Weltmarken

Evian, Subaru, Sigg, Ray: Das sind Deals, die Wawrinka in seinem bislang erfolgreichsten Tennisjahr abgeschlossen hat – keine Weltmarken. Dar­an ändert der Davis-Cup-­Triumph wenig. «Sein Sieg in Melbourne ist weit höher zu gewichten», so Rohlmann.

Ausrüster Yonex hat Stan Wawrinkas Leistung indes honoriert. Jüngst erhielt dieser einen Vertrag bis 2018, der ihm jährlich fünf Millionen einbringt, dreimal so viel wie bis anhin. Federer bekommt von seinen Ausrüstern Nike und Wilson jährlich rund zwölf Millionen. Finanziell liegen zwischen den beiden Welten. Rohlmann: «Werbeverträge und Preisgeld zusammengenommen, kommt Wawrinka 2014 auf Einkünfte von rund 15 Millionen Dollar, Federer auf gut 62 Millionen.»