Bei der Premiere des neuen «Batman»-Films hat ein Mann in den USA wild um sich geschossen. Er tötete mindestens 12 Menschen. 50 Menschen wurden verletzt. Eine Spitalsprecherin sagte, mindestens zwei der Verletzten seien in kritischem Zustand. Zunächst hatte die Polizei von 14 Toten gesprochen.

Der Vorfall ereignete sich bei einer Mitternachtsvorpremiere des Films «The Dark Knight Rises» in einem Kino in der Stadt Aurora bei Denver.

Der lokale Polizeichef Dan Oates erklärte, zehn Opfer seien sofort im Kino gestorben, vier danach im Spital. Entgegen anderslautenden Medienberichten gebe es keinen Beweis für einen zweiten Angreifer.

Gas im Kinosaal

Augenzeugen zufolge sei ein Mann mit einem Kanister vor den Kinos aufgetaucht. Sie hätten ein zischendes Geräusch gehört, dann sei Gas ausgeströmt und der Mann habe das Feuer eröffnet, zitierte Oates die Augenzeugen.

Frank Fania von der Polizei in Aurora sagte dem Sender CNN, das Motiv des Schützen sei noch unklar. Der Mann sei ungefähr 20 Jahre alt. Er habe eine schusssichere Weste getragen und sei mit einem Gewehr sowie zwei Pistolen bewaffnet gewesen. Festgenommen wurde der Mann laut Fania auf einem Parkplatz hinter dem Kino.

Der mutmassliche Täter habe nach seiner Festnahme gewarnt, dass er Sprengsätze in seiner Wohnung deponiert habe. Das Mietshaus, in dem der Mann wohnt, wurde evakuiert. Es werde derzeit durchsucht.

Schreckliche Szenen

Laut CNN blieb unklar, ob alle Verletzten Schusswunden hatten. Nach den Schüssen sei Panik ausgebrochen, die Menschen seien in Richtung Ausgang gestürzt und dabei übereinander hinweggetrampelt.

Der lokale Hörfunksender 850 KOA Radio berichtete, viele der Kinobesucher hätten die Schüsse zunächst für einen Teil des Films gehalten. Augenzeugen berichteten im Fernsehen von schrecklichen Szenen. Menschen hätten blutüberströmt am Boden gelegen.

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Ein Polizist habe ein leblos wirkendes Mädchen in seinem Arm getragen, schilderte ein junger Mann dem Sender KUSA. Mindestens 250 Polizisten waren demnach am Tatort.

Aurora liegt nicht weit von der Columbine-Highschool in Littleton entfernt. Dort hatten am 20. April 1999 zwei Schüler bei einem Amoklauf 13 Menschen und dann sich selbst getötet. Die grausame Tat war das bis dahin schlimmste Schulmassaker und rief in den USA Forderungen nach schärferen Waffengesetzen hervor.

(aho/tno/sda)