Nicht nur für Comic-Fans, Liebhaber von Jugendstilarchitektur und Sammler afrikanischer Stammeskunst hat die belgische Hauptstadt zu jeder Jahreszeit kulturell viel zu bieten. Im Januar startet hier jeweils das neue Kunstmarktjahr, und wenn am 23. Januar 2016 die BRAFA Art Fair ihre Tore öffnet, lohnt sich eine Reise nach Brüssel ganz besonders.

Seit ihren Anfängen vor mehr als 60 Jahren konzentriert sich die bestens aufgestellte Kunst- und Antiquitätenmesse auf Qualität. Seit längerem besteht jedoch eine kontinuierlich wachsende Nachfrage von neuen Galerien, die aus Platzgründen bisher abgewiesen werden mussten. Dies hat die Messeleitung veranlasst, die Brasserie der Messe neu in einem angrenzenden externen Bereich unterzubringen. Die Ausstellungsfläche konnte so gemäss dem Vorsitzenden der BRAFA, Harold t’Kint de Roodenbeke, um 660 m² erweitert und dadurch Platz für mehrere neue Kojen geschaffen werden.

18 Neuzugänge

Mit 136 Galerien werden 2016 dank 18 Neuzugängen fast 10 Prozent mehr Aussteller vertreten sein als 2015. Trotzdem hat die Messe immer noch einen Umfang, der sich auch für Besucher, die nur einen Tag erübrigen können, gut bewerkstelligen lässt. Insgesamt werden Aussteller aus 17 Ländern vertreten sein.

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Die Reputation der BRAFA begründet sich nicht zuletzt auf ihrem Eklektizismus – ihrer Offenheit für das Besondere sowie ihrer Verbindung verschiedener Stile und Epochen. Vorreiter in diesem Bereich ist Axel Vervoordt, ein Aussteller mit internationaler Präsenz und einer der ersten, die sich dem Crossover verschrieben haben. An seinem Stand zeigt er jeweils sehr schön, wie stimmig man etwa den Dialog zwischen archäologischen Fundstücken und Werken zeitgenössischer Künstler wie Günther Uecker oder Lucio Fontana gestalten kann. Auch bei den erstmals vertretenen Galerien Dierking (Zürich), Frank Landau (Frankfurt) und Thomas Salis (Salzburg) bilden Möbel und Kunstwerke aus dem 20. Jahrhundert zusammen mit zeitgenössischer Kunst sowie Werken aus Afrika und Asien ein stimmiges Ganzes.

Zeitgenössische Kunst gewinnt an Präsenz

Zwar ist die Alte Kunst traditionell nach wie vor sehr stark vertreten (davon zeugt der grosse Bereich, der sich dem Mittelalter und der Haute Epoque widmet), doch gewinnt auch die moderne sowie zeitgenössische Kunst von Jahr zu Jahr mehr an Präsenz.

Der Sektor Altmeistergemälde erhält neu Unterstützung von der Genfer Galerie De Jonckheere sowie der Kunstberatung Zürich. Der Bereich Archäologie, der bereits durch zahlreiche bekannte Experten vertreten ist, wird verstärkt durch die deutsche Galerie Günter Puhze (Freiburg i. Br.) und die amerikanische Galerie Safani Gallery Inc. (New York). Letztere zählt zu ihren Kunden Museen wie das Metropolitan Museum und den Louvre sowie bedeutende ­Privatsammlungen. Ein weiterer traditioneller Schwerpunkt ist die Stammeskunst mit ihrer ebenso zeitlosen wie kraftvollen Wirkung, die von der ehemaligen Kolonialmacht Belgien schon früh entdeckt und geschätzt wurde.

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Tägliche «Art Talks»

Zum Rahmenprogramm der Messe, die 2016 ihre zehnjährige Partnerschaft mit der De­­len Private Bank feiert, gehören die täglichen ­«BRAFA Art Talks», die jeweils Persönlichkeiten aus der Welt der Kunst – Museumsdirektoren, Konservatoren, Sammler und Experten – zusammenführen. Ehrengast 2016 sind die «Genter Floralien», wie die traditionelle Blumenschau im belgischen Gent heisst.

Den Blumenschmuck der BRAFA – stets eine Augenweide – wird von dem aus Antwerpen stammenden Floristen Mark Colle gestaltet, bekannt durch seine gewagten Installationen bei Modeschauen von Dries Van Noten, Jil Sander und Dior. Die Blumenschau findet vom 22. April bis 1. Mai 2016 an ausgewählten Standorten der Stadt Gent statt.

BRAFA – Brussels Art Fair, 23. bis 31. Januar 2016, Tour & Taxis, Brüssel, www.brafa.be.

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