Er war die Überraschung des Wirtschaftsjahres 2016: Ulf Mark Schneider hatte niemand auf dem Zettel, als die Frage geklärt wurde, wer den grössten Nahrungsmittelkonzern der Welt ab 2017 führen werde. In der 160-jährigen Firmengeschichte von Nestlé ist er erst der zweite externe Kandidat, dem die Geschicke des Konzerns anvertraut werden. Grund genug, ihn in die Liste der wichtigsten Persönlichkeiten - dem «Who is who» - der Schweizer Wirtschaft aufzunehmen.

«Ulf wer?», war entsprechend die Reaktion der Schweizer Öffentlichkeit. In Deutschland ist Schneider besser bekannt, führte er doch während 13 Jahren den Medizintechnik- und Gesundheitskonzern Fresenius. Und das mit grossem Erfolg: In seiner Amtszeit hat sich der Umsatz vervierfacht, die Mitarbeiterzahl verdreifacht und der Gewinn verzwölffacht. Das brachte ihm nicht nur Geld (2015 rund 14 Millionen Euro), sondern auch Ruhm und Ehre: Zweimal wurde er zum «Manager des Jahres» gekürt, gar als «besten deutschen Manager seiner Generation» lobpreiste ihn das «Manager Magazin».

Vom Nahrungsmittel- zum Gesundheitskonzern

Derartige Kunststücke soll Schneider nun auch in Vevey vollführen. Vor allem soll er die bereits seit längerem von Noch-VR-Präsident Peter Brabeck eingeschlagene Strategie vorantreiben, Nestlé vom Nahrungsmittel- zum Gesundheitskonzern umzupolen. Bisher macht der Konzern weniger als fünf Prozent seines Umsatzes mit gesunder Nahrung bzw. Hautprodukten. 

Schneider gilt als fleissig und zielorientiert, als bescheiden und entschlossen, als zugänglich und freundlich. Seine Karriere beganner an der Hochschule St.Gallen (Schwerpunkt: Finanz- und Rechnungswesen). An der Harvard University holte er sich nicht nur das nötige Managerrüstzeug, sondern auch einen amerikanischen Pass und seine erste Frau Jessica (heute ist er mit der deutschen Juraprofessorin Anne van Aaken liiert, die an der Hochschule St.Gallen doziert).

«Ich habe mehrere Jahre in den USA studiert und gearbeitet und identifiziere mich sehr mit den Werten des Landes», bekundete Schneider 2011 in einem Interview. Nach einer Zwischenstation beim Duisburger Mischkonzern Franz Haniel landete Schneider schliesslich bei Fresenius. Bis heute sitzt er beim amerikanischen Chemieriesen Du Pont im Verwaltungsrat.

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Sehen Sie in der Bildergalerie oben, welche Zehn zum «Who is who» der Industrie gehören. In der Bildergalerie unten sehen Sie die zehn wichtigsten Wirtschaftsanwälte der Schweiz.