Grösstes Handelsunternehmen der Schweiz? Nicht die Migros-Gruppe, sondern ein Handelsunternehmen, das die 25 Umsatzmilliarden des orangen Riesen ums Neunfache übertrifft: Glencore Xstrata mit Sitz in Baar ZG, an deren Spitze Ivan Glasenberg thront. Der einzige in der Schweiz tätige Firmenlenker, der es in die Rangliste der «Zehn einflussreichsten Manager der Welt» von «Bloomberg Markets» schaffte. Damit wird der Chef-Rohstoffhändler in die gleiche Gewichtsklasse eingeteilt wie Amazon-Gründer Jeff Bezos oder Invest-Genie Warren Buffett.

Glasenberg, der 1957 in Johannesburg in eine jüdische Familie hineingeboren wurde, stieg als 27-Jähriger in Südafrika bei Marc Rich + Co als Junior Trader im Kohlehandel ein. Nach Stationen in Australien und Hongkong wurde er 1991 von Firmengründer Rich in die Zentralschweiz geholt. Als Rich ausschied, wurde der Firmenname auf Glencore geändert. Willy Strothotte nahm als neue starke Figur Glasenberg unter seine Fittiche; 2002 war dann der CEO-Stuhl angewärmt, und der einstige Kohledealer schaffte es auf den Hochsitz des weltgrössten Rohstoffhändlers. Man handelt mit Kupfer und Nickel, ebenso mit Öl, Aluminium und Metallen. Eine dicke Rüstung gehört auf diesem Posten zur Uniform, Umweltschützer und Menschenrechtsorganisationen legen sich ständig an mit dem Rohstoffhandelsgiganten. Auch an Vorwürfen bezüglich Preisabsprachen, Steuer-Geiz und Spekulationslust fehlt es nicht. Derweil powert Glasenberg unbeirrt weiter: Nach der Fusion mit Xstrata wird der Umsatz die 2012 erzielte Marke von 215 Milliarden Franken noch einmal übertreffen.

Durch den Börsengang 2011 wurde eine Reihe von Glencore-Managern auf einen Schlag steinreich. Allen voran Glasenberg. In der letzten Reichstenliste der BILANZ wurden ihm fünf bis sechs Milliarden Vermögen zugestanden. Also etwa ein Viertel davon, was der ganzen Migros-Familie in einem Jahr in die Kassen gespült wird. Aus der Fusion der beiden Rohstoff-Riesen Xstrata und Glencore ging Glasenberg als Sieger hervor: Er blieb im monatelangen Poker hart wie Titan, verteidigte seine Rolle als CEO und sorgte dafür, dass mehrheitlich Glencore-Leute an der Spitze des neuen Konzerns sitzen. Glasenberg hat hierzulande Wurzeln geschlagen: Seit zwei Jahren hat der öffentlichkeitsscheue Südafrikaner den roten Pass. Er wohnt in Rüschlikon, sehr zur Freude der dortigen Steuerzahler.

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