Er mag es unkompliziert. «Am Bahnhof Bern habe ich einen Roller, am Hauptbahnhof Zürich einen Töff», sagt SRG-Generaldirektor Roger de Weck. «Mit dem Zug ankommen und auf zwei Rädern weiter geht am schnellsten.» Der 60-Jährige wirkt mehr wie ein Student denn wie der Chef eines Unternehmens mit 6000 Mitarbeitern: wallender Mantel, Eastpak-Rucksack. Sein Vorgänger überliess ihm tiefrote Zahlen. De Wecks Ziel 2011 war die Rückkehr zu einem ausgeglichenen Ergebnis.

Das hat er erreicht, allerdings nur, um ein Jahr später 117 Millionen Franken Verlust zu schreiben. Denn die Pensionskasse wechselte als eine der letzten grossen zum Beitragsprimat und senkte den technischen Zins. Das erforderte 160 Millionen Rückstellungen. 2013 will de Weck wieder schwarze Zahlen liefern.

Auf gutem Weg aber noch lange nicht zufrieden

Gerade wegen solcher Kraftakte zieht er eine positive Zwischenbilanz seiner Amtszeit. Das geht von der ersten umfassenden Konzernstrategie in der SRG-Geschichte («wir sind transparent und haben sie veröffentlicht») über die Konvergenz von Radio und Fernsehen («sie greift»), die Harmonisierung der Technik («auf gutem Weg»), die IT-Baustellen («im Griff») bis zu den Effizienzmassnahmen, mit denen er Geld ins Programm verlagert («sie laufen»). Aber zufrieden sei er nicht. «Wäre ich das, sollte ich am besten sofort meinen Stuhl räumen», sagt er.

Danach sieht es aber nicht aus, obwohl die SRG ihr Kaderpersonal bisher mit 62 Jahren in Pension schickte. Doch das Rentenalter wird nun auf 65 erhöht; im gegenseitigen Einvernehmen darf man bis 70 weiterarbeiten. Und obwohl eine Gruppe eine Volksinitiative zur Abschaffung der SRG lanciert, findet de Weck, derzeit seien weniger kritische Stimmen zu hören als auch schon.

Wer sind die Wichtigsten der Schweiz? Die grosse Übersicht der Bilanz zeigt Ihnen, wer wirklich etwas zu sagen hat.