Ein Virus breitet sich explosionsartig aus, die Situation ist derart brisant, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den globalen Notstand ausgerufen hat. Schweizer Reisende zeigen sich aber wenig verunsichert vom Zika-Virus. Rund 40 Personen erkundigten sich bisher bei der Helpline des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) nach dem Virus, das von Stechmücken übertragen wird.

Auch bei den Reiseveranstaltern macht sich kein Fieber breit. Das bestätigt eine Nachfrage bei Hotelplan Suisse, Tui und Kuoni. Bislang hätten sich zwei Personen über die Lage informiert, niemand habe aber wegen Zika eine Reise annuliert, erklärt Hotelplan-Suisse-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir. Generell halte sich der Reiseveranstalter in solchen Fällen an die Angaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Da das BAG bisher auf eine Reisewarnung verzichte, gälten bei Hotelplan die normalen Annulationsbedingungen.

Keine Rücktritte bei Kuoni

Auch bei Dorado Latin Tours, dem Südamerika-Spezialisten von Kuoni, sei bisher niemand von einer geplanten Reise zurückgetreten. Wie der Presseverantwortliche Marcel Schlatter erklärt, geht Kuoni aktiv auf seine Kunden zu: «Wir schreiben zurzeit alle betroffenen Kunden an und machen sie auf die Verbreitung des Virus‘ aufmerksam.»

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Schwangeren Frauen und Frauen, die eine Schwangerschaft planen, rät Kuoni, eine Reise in Risikogebiete mit ihrem Arzt zu besprechen.

Unbesorgte Tui-Kunden

Wie die anderen Reiseveranstalter hält sich auch Tui an die Reisehinweise des BAG und des EDA. Momentan gelten für Touristen also die generellen Annullationsbedingungen. Neubucher würden von den Reiseberatern über die Gefahren informiert.

Kunden zeigten sich bisher nicht beunruhigt über die Situation, so die Tui-Presseverantwortliche. Überhaupt liessen sich Schweizer Touristen nicht so schnell vom Reisen abhalten, wie Tui etwa im Zusammenhang mit Terrorgefahren festgestellt hat. Reisende würden aber sehr wohl ihre Ziele anpassen.

Zwei Schweizer Infizierte

Das Zika-Virus wurde bisher in 23 Regionen Amerikas nachgewiesen. Auch zwei Schweizer sind vom Virus betroffen. Laut Informationen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) wurde das Virus bei zwei Rückkehrenden aus Haiti, respektive Kolumbien festgestellt. In einem aktuellen Infoblatt auf der Webseite des BAG informiert das Bundesamt seit Ende letzter Woche über das Zika-Virus.

Reisende in tropische Gebiete sollten sich generell vor der Abreise über mögliche Krankheiten und Schutzmöglichkeiten zu informieren. Häufig verlaufen Infektionen mit Zika-Virus symptomlos. Etwa 20 Prozent der Angesteckten klagen über Symptome wie leichtes Fieber, Ausschlag, Kopfschmerzen und ähnliches. Es gibt aber einen starken Verdacht, dass eine Ansteckung mit dem Erreger zu Missbildungen bei Neugeborenen führen kann.