Wer nach Nischenmodellen im Automarkt Ausschau hält, kommt an der koreanischen Marke SsangYong (im Besitz des indischen Mehrheitseigners Mahindra) nicht vorbei. Ihre Produktpalette beginnt mit dem neuen, kompakten Sport Utility Vehicle (SUV) Korando und endet beim schweren, über 5 Meter langen Pick-up Actyon Sport. Zur Grundausstattung aller Modelle gehört der Allradantrieb. Nur auf speziellen Wunsch – in der Einstiegsversion – ist der Korando als Fronttriebler lieferbar.

Diese Variante spielt im Allradland Schweiz naturgemäss eine Nebenrolle, ihr kommt aber eine wichtige Funktion als Marketinginstrument zu. Denn das Einstiegsmodell ist, je nach den gewährten Rabatten, bereits ab 22'690 Franken erhältlich und vermag damit die Aufmerksamkeit einer breiteren Kundschaft zu wecken. Die wiederum – hat sie einmal ihr Interesse bekundet, so die Hoffnung des Schweizer Importeurs – könnte sich schnell für die Allradversion entscheiden. Deren Preise starten, wieder abhängig von den Rabatten, zwischen 25'190 und 28'990 Franken. Damit gilt der neue Korando als veritabler Preisbrecher in seinem Segment. Diesen Status behält er, auch wenn für die Top-Version gegen 10'000 Franken zusätzlich bezahlt werden müssen, denn der Koreaner kostet immer noch weniger als 40'000 Franken.

Modernes europäisches Design

Wie bei der Vorgängerversion setzte SsangYong für das aktuelle Korando-Modell auf die Mitarbeit der italie­ni­schen Designschmiede Giugiaro. Hand angelegt haben die Italiener an der Karosserie, ohne aber das Erscheinungsbild grundsätzlich zu ändern. Neu gestaltet haben sie die Frontpartie mit dem grossen, unübersehbaren Mar­ken­signet auf dem Kühlergrill. Ein ­schmales Stahlband trennt den Grill von der darunterliegenden Lufteinlass­öffnung, die sich über den Stossfänger zieht. Zwei markante Scheinwerfer­gehäuse schlies­sen die Front ab. Weitgehend belassen wurden die seitlichen Karosserieteile mit den wuchtig ausgeformten Radkästen. Die äussere Erscheinung wirkt jetzt sportlicher und dem europäischen Geschmack angepasst.

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Vor allem aber wurde das Interieur modernisiert. Zum Einsatz kommen jetzt zeitgemässe, gepflegt wirkende Kunststoffe, zudem Einlagen mit Holzmaseroptik, was dem Innenraum ein angenehmes Ambiente verleiht. Zu überzeugen vermag auch das Platzangebot für fünf Personen in dem lediglich 4,41 Meter langen Fahrzeug. Der Stauraum fasst 486 Liter (1312 Liter mit umgeklappten Rücksitzlehnen). Auf der Negativseite aufgeführt werden muss hingegen das Fehlen eines modernen Touchscreens, auf dem sich – wie bei den meisten Konkurrenten ­üblich – alle wichtigen Fahrinforma­tionen ablesen lassen.

Als Diesler und Benziner lieferbar

In der Schweiz sind zwei Turbo-Dieseltriebwerke (175 oder 149 PS, je 360 Newtonmeter maximaler Drehmoment) sowie ein Benzinaggregat (149 PS/197 Newtonmeter) lieferbar. Als besonders durchzugsstark aus tiefen Drehzahlen heraus erweist sich der stärkere Diesel (Euro 5). Allerdings müssen alle drei Triebwerke für die nächste Modellgeneration überarbeitet werden, um den anstehenden Euro-6-Normen zu genügen. Und der 6-Stufen-Automat stammt noch aus der Zeit der Zusammenarbeit mit Mercedes vor 20 Jahren. Ein solcher Automat ist, trotz Weiterentwicklung, für die heute geforderten tiefen Verbrauchsnormen und Emissionen besonders im SUV-Segment nicht die optimale Lösung. Die Konkurrenz setzt bereits sieben bis neun Stufen ein.

Paroli zu bieten vermag der Koreaner der Konkurrenz in seiner Klasse hingegen in Sachen Komfort- und Sicherheitsausrüstung. Hinzu kommt als besonderer Trumpf sein Preis-Leistungs-Verhältnis in Kombination mit einer 5-Jahres-Garantie. Die durchaus akzeptablen, aber nicht überrissenen Fahrleisten machen den Korando, selbst wenn es sich um ein SUV handelt, zu einem vernünftigen Auto, das dem heute gängigen Lifestyle entspricht.

Ssanyong in der Schweiz

Verkaufszahlen: Letztes Jahr wurden 569 Autos abgesetzt, die Hälfte davon vom Typ Korando. Robert Stoepman, General- manager des Importeurs: «Wir legten gegenüber 2013 um 23,2 Prozent zu.»

Anhängelast: Eine der Besonderheiten des Korando ist die zugelassene Anhängelast von 2,4 Tonnen für das leistungsstärkste Modell. Sie liegt damit 400 Kilo über der erlaubten Zuglast vergleichbarer Konkurrenten.

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