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06.11.2918; Zuerich; Gesellschaft - 1. Schweizer Digital-Gipfel @ Dolder: Unternehmer Fredy Gantner. © Valeriano Di Domenico
Quelle: Valeriano Di Domenico

PersonAlfred Gantner

Seit Jahren ist die in Baar domizilierte Partners Group auf Erfolgskurs und hat das Gründertrio um Alfred Gantner zu Milliardären gemacht. Rund 100 Milliarden Dollar verwaltet die auf Privatmarktanlagen spezialisierte Firma heute und beschäftigt 1500 Mitarbeitende. Diesen Herbst folgte auch an der Schweizer Börse der Ritterschlag, stieg die Aktie doch in den Swiss Market Index (SMI) auf, wo sich die zwanzig grössten Konzerne der Schweiz versammeln.

Gantner ist ein Finanzprofi durch und durch. Vor der Gründung der Partners Group war er in Diensten der US-Investmentbank Goldman Sachs. Dort lernte er seine Mitgründer Marcel Erni und Urs Wietlisbach kennen, mit denen er das Unternehmen 1996 startete. Gantner war lange die dominierende Figur, von 1996 bis 2005 als CEO und danach bis 2014 als Präsident. Doch früh wurde die Nachfolgeregelung aufgegleist mit dem Ziel, dass die Firma dereinst auch unabhängig von Gantner, Erni und Wietlisbach funktionieren kann. Heute ist Gantner noch Aktionär – er hält rund fünf Prozent – und amtet als Verwaltungsrat.

Als Vorsitzender des vom Verwaltungsrat etablierten Investment Oversight Committee spricht er bei den Investments aber immer noch ein gewichtiges Wörtchen mit. Im wöchentlich tagenden Investmentausschuss werden die Entscheide über die Anlagen gefällt. Eine Kuschelatmosphäre herrscht dort nicht: Gantner gilt als Mann mit ausgezeichnetem Gespür für die Märkte, sein unerbittliches, aber meist richtiges Urteil ist ebenso gefürchtet wie geachtet.

Viel Zeit verbringt der 52-Jährige auch mit religiösen Aufgaben. Nach dem Studium in Salt Lake City wurde er Mormone und arbeitet heute für diese Religionsgemeinschaft in der Schweiz als Bischof und Seelsorger. Auch politisch engagiert er sich: Zusammen mit seinen Mitgründern hat er ein Unternehmernetzwerk gegen das Rahmenabkommen lanciert. Ihn stört die dynamische Übernahme von EU-Recht, welche den Kern der direkten Demokratie gefährde. Er stellt sich damit offen gegen den Wirtschaftsdachverband Economiesuisse und indirekt auch gegen das Schweizer Wirtschafts-Establishment.

(Stand: Dezember 2020)

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