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Bracken Darrell, president and chief executive officer of Logitech Inc., sits for a photograph after a Bloomberg Television interview in San Francisco, California, U.S., on Tuesday, Aug. 14, 2018. Top leaders in the tech community and venture capital met with professional athletes to exchange ideas and share expertise through panels, discussions and interactive networking to help athletes take control of their careers as business professionals. Photographer: David Paul Morris/Bloomberg
Quelle: Bloomberg

PersonBracken Darrell

Bracken Darrell ist einer der grössten Gewinner der Corona-Krise hierzulande. Also nicht er, sondern die Firma Logitech, die er seit über sieben Jahren führt. Seit Jahresanfang hat sich der Aktienkurs um rund 50 Prozent erhöht, schon letztes Jahr ging er um 50 Prozent bergauf. Inzwischen ist der Hersteller von Computerzubehör mehr wert als die Swatch Group, ihres Zeichens immerhin grösster Uhrenkonzern der Welt – aber halt Old Economy.

Logitech profitiert gleich mehrfach von der Krise. Zum einen sind Kameras für Videoconferencing gefragt wie nie: «Da konnten wir nicht mit der Nachfrage mithalten. Hätten wir genug liefern können, wir wären noch schneller gewachsen», sagt Darrell. So will er dort jetzt die Kapazitäten ausbauen. Und manch ein Anwender wird die Zeit im Homeoffice genutzt haben, um sich eine bessere Tastatur oder eine neue Maus anzuschaffen. Dann boomt der Game-Bereich, in dem der Konzern mit Joysticks, Tastaturen, Kopfhörern und Ähnlichem eine sehr starke Position hat und letzten Herbst – gutes Timing – die Firma Streamlabs akquirierte, die auf Software für die Übertragung von E-Sports-Events spezialisiert ist. «Die Pandemie hat die Trends nicht geändert, sondern sie beschleunigt», sagt Darrell. So dürfte die Firma mit Doppelsitz in Lausanne und dem kalifornischen Newark dieses Geschäftsjahr erstmals einen Umsatz von mehr als vier Milliarden Dollar erreichen. Bei Darrells Amtsantritt 2013 war es noch die Hälfte, und der damalige Hauptumsatzträger, PC-Zubehör, befindet sich im Niedergang.

Nicht schlecht für einen ehemaligen Verkäufer von Deos, Rasierapparaten und Weisswaren, der nach eigenen Angaben kaum eine Ahnung von Technologie hatte, als ihn ein Headhunter für den Logitech-Job anrief. Was der 57-Jährige von seinen ehemaligen Arbeitgebern Procter & Gamble, Braun und Whirlpool mitgenommen hat: Logitech springt viel schneller auf Trendkategorien auf und verschiebt die internen Ressourcen dorthin, wo Wachstum lockt.

Das wird auch in Zukunft so bleiben: Weiter diversifizieren, neue Marken aufbauen und Akquisitionen tätigen ist Darrells Plan. «In fünf Jahren wird Logitech eine völlig andere Firma sein!», verspricht er.

(Stand: Dezember 2020)

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