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Bern, Bundeshaus, 18.9.2019 — Nationalraetin Magdalena Martullo-Blocher im Bundeshaus.Foto: Karl-Heinz Hug
Quelle: Karl-Heinz Hug

PersonMagdalena Martullo-Blocher

Es war ein ereignisreiches Jahr für Magdalena Martullo-Blocher. Denn ihre Wiederwahl als Nationalrätin stand diesen Herbst an, und es war keineswegs sicher, ob sie es schaffen würde. Doch die Tochter von SVP-Vordenker Christoph Blocher zog alle Register und war sich nicht zu schade, sich zusammen mit Gatte Roberto und den drei Kindern in der «Schweizer Illustrierten» als Musterfamilie zu präsentieren. Am Schluss hat es dann doch gereicht, ja mehr noch: Martullo-Blocher konnte ihren Sitz souverän verteidigen. Sie erhielt am meisten Stimmen aller Kandidatinnen und Kandidaten im Kanton Graubünden.

Auch geschäftlich war sie dieses Jahr gefordert, ist die Ems-Chemie doch der konjunkturellen Abkühlung ausgesetzt: In den ersten neun Monaten schrumpfte der Umsatz um 5,4 Prozent. Früh hat sich die toughe Chefin aber mit Sparprogrammen und Sondermassnahmen auf die härteren Zeiten eingestellt, etwa indem die Belegschaft in der Entwicklung und im Verkauf die Arbeitszeiten auf freiwilliger Basis um zwei Stunden erhöhte. 2018 hatte Ems-Chemie noch ein Rekordergebnis erzielen können. So konnte  Martullo-Blocher einmal mehr von erhöhten Dividenden profitieren. Sie hält zusammen mit ihren Schwestern Rahel Blocher und Miriam Baumann-Blocher 70 Prozent der Titel, deren Wert auch dieses Jahr wieder kräftig zulegte und dem Vermögen der Besitzer einen Zuwachs von rund einer Milliarde Franken bescherte.

Dass Martullo-Blocher darauf tüchtig Steuern bezahlen muss, macht ihr offenbar wenig Freude. Jedenfalls begründete sie jüngst ihren Austritt aus der Kirche auch mit steuerlichen Aspekten und liess zudem spüren, dass sie mit der Art, wie die lokale Kirchgemeinde geführt ist, wenig zufrieden ist: «Ich zahlte immer mehr, und die Kirchgemeinde sagte immer, sie hätten das sowieso bereits ausgegeben.» Ihr Kirchenaustritt sorgte weitherum für Kritik. «Sehr bedenklich», lautete etwa das Votum von EVP-Präsidentin Marianne Streiff. Der Ärger ist nachvollziehbar, schliesslich ist Martullo Blocher bekennende Christin, ihr Grossvater und ihr Onkel waren reformierte Pfarrer.

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