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Nick Hayek, CEO Swatch Group, presents the packaging from the new Swatch Drive Thru Store, recently opened in Biel, during the ordinary general meeting of shareholders of Swatch Group at the Tissot Velodrome, in Grenchen, Switzerland, Thursday, May 23, 2019. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Quelle: Keystone

PersonNick Hayek

Nick Hayek, CEO der Swatch Group, lenkt den grössten Uhrenkonzern der Welt: 8,23 Milliarden Franken Umsatz, 36'000 Mitarbeiter und 18 Uhrenmarken. Seine Rolle als Patron, der zusammen mit seiner Schwester Nayla, die als Präsidentin amtet, auch grösster Aktionär ist, spielt er -ultrakonservativ, ohne Schulden, mit voller Kasse.

Krisen sind für Hayek nichts Neues, aber die aktuelle bezeichnet er als «die absolut grösste», die er je zu meistern gehabt habe. Als Corona im Frühling erst einmal alles lahmlegte, hat er Kosten gekappt und für 70 Prozent der Produktionseinheiten Kurzarbeit angemeldet. Hierzulande waren zeitweise 12 000 Mitarbeitende davon betroffen, die Lohneinbussen glich er aus, Entlassungen gab es keine.

Seit Ende des Lockdowns klingeln die Kassen wieder, die Umsätze liegen über Vorjahr. Bis Ende 2020 erwartet der Unternehmer auch eine Rückkehr in die Gewinnzone. Und vom kommenden Jahr erhofft er sich einiges: 2021 etwa werden in Tokio die Olympischen Spiele nachgeholt, die Swatch-Group-Marke Omega gehört zu den Hauptsponsoren. Endlich los ist Hayek den Lieferzwang bei seiner Tochtergesellschaft ETA, die Uhrwerke produziert: Sie kann nun beliefern, wen sie beliefern will. Auch aus der Welt geschafft hat er den Streit mit dem Formel-1-Star Lewis Hamilton: Gern hätte dieser mit «Hamilton»-Produkten seinen Namen vergoldet. Darf er aber nicht. Das Recht an Hamilton als Markennamen gehört der Swatch Group, welche die gleichnamige US-Uhrenmarke besitzt.

Dank einem Markenportefeuille, das von Swatch über Longines und Omega bis Blancpain und Breguet reicht und das ganze Preisspektrum abdeckt – von zwei- bis sechsstellig –, ist die Swatch Group breit aufgestellt. Mit Vor- und Nachteilen: Gemäss Exportstatistik des Verbands der Schweizer Uhrenindustrie läuft das Geschäft mit Uhren ab 3000 Franken besser und besser, dasjenige mit Schweizer Uhren für weniger Geld stagniert dagegen. Im Jahr 2000 betrug der Anteil an hochpreisigen Uhren am Exportvolumen ein Drittel, heute sind es fast 70 Prozent. Der Trend zu teuren Uhren spielt Hayek dank seinem grossen Luxussegment in die Hände, fordert ihn als Unternehmer aber auch heraus: Tech-Konzerne wie Apple schöpfen mit ihren Smartwatches für ein paar hundert Franken mächtig viel Geschäft ab. Dem setzt Hayek nun mit einer rein schweizerischen Smartuhr-Version erstmals etwas entgegen. Im September hat er die T-Touch Connect Solar der Marke Tissot für knapp 1000 Franken lanciert. Fünf Jahre Research stecken da drin.

(Stand: Dezember 2020)

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