Der Nationalrat will nichts von einem Alkoholverbot in Bahn und Bus wissen. Er hat eine entsprechende Motion von Karl Vogler (CVP/OW) mit 24 zu 151 Stimmen abgelehnt. Der Motionär wollte den Konsum von Alkohol im öffentlichen Verkehr von 21 Uhr abends bis 8 Uhr morgens verbieten.

Das Verbot sollte auch auf Bahnhofanlagen und bei Bushaltestellen gelten. Ausnahmen waren nur für Speisewagen vorgesehen. Vogler erhoffte sich mehr Sicherheit und Sauberkeit im öffentlichen Verkehr. Man müsse sich fragen, was höher zu gewichten sei: Die Reisequalität der ÖV-Benutzer und die Reduktion von Sachschäden oder die Freiheit, in Bahnhöfen und Zügen dem Alkohol zu frönen, sagte Vogler im Rat.

«Das kann man nicht verhindern»

Verkehrsministerin Doris Leuthard sprach von einer hehren Intention, die aber in der Praxis nicht umsetzbar sei. Die Transportunternehmer hätten heute schon die rechtliche Möglichkeit, strengere Bestimmungen zu erlassen. Sie verwies etwa auf das Alkoholverkaufverbot der SBB in Bahnhöfen nach 22 Uhr.

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Trotzdem seien in Zügen und Bahnhofsarealen regelmässig alkoholisierte Personen anzutreffen. «Das kann man nicht verhindern», sagte Leuthard.

(sda/dbe)