Die Entscheidung der US-Regierung, keine Ausnahmen mehr bei Sanktionen von Öl-Lieferungen aus dem Iran zu machen, werde zur Unruhe im Nahen Osten und auf den internationalen Energiemärkten beitragen, sagte ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums am Dienstag.

Die Volksrepublik ist der grösste Abnehmer von iranischem Rohöl, das sechs Prozent ihrer Importe ausmacht. Einige der wichtigsten Raffinerien des Landes sind auf die Besonderheiten des iranischen Öls eingestellt.

Auch die EU beschwert sich

Auch die EU übte Kritik an der erneuten Verschärfung des US-Ölembargos. Die Aufhebung der Ausnahmeregelungen sei bedauernswert, sagte eine Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Federica Mogherini in Brüssel. Das amerikanische Vorgehen drohe das Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe noch weiter zu gefährden.

Saudi-Arabien begrüsste dagegen die US-Entscheidung. Diese sei ein notwendiger Schritt, die destabilisierende Politik des Irans in der Region zu beenden, erklärte Aussenminister Ibrahim al-Assaf. Der Iran und Saudi-Arabien sind Erzfeinde.

US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Jahr das internationale Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt und neue Sanktionen verhängt. Sie zielen unter anderem auf die für den Iran wichtigen Einnahmen aus dem Öl-Geschäft ab. Trump will die Führung in Teheran damit zu Neuverhandlungen über ein strengeres Abkommen über ihr Atom- und Raketenprogramm zwingen.

Zunächst galten für die Sanktionen noch Ausnahmen für einige Öl-Abnehmerländer wie China. Am Ostermontag kündigte die US-Regierung dann an, diese bis Mai zu streichen. Auch Indien und Japan sind betroffen. Der Öl-Preis legte am Dienstag wegen des Streits zu.

(sda/tdr)