Je mehr Personen hierzulande die SwissCovid App herunterladen, desto besser, «desto höher sind die Wirksamkeit und die Wahrscheinlichkeit, dass relevante Kontakte erkannt und gemeldet werden können», wie Gregor Lüthy vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) festhält.

Doch ein nicht unbeachtlicher Teil der Smartphone-Benutzer kann sie gar nicht runterladen: Denn die App erfordert für iPhone-Halter ein Betriebssystem von iOS 13.5, für alle anderen ein Betriebssystem von Android 6. Software-Versionen also, die sich auf ältere Geräte nicht installieren lassen. So wird das Betriebssystem iOS 13.5 etwa von den iPhones 6s und 6s Plus unterstützt, von iPhone 6 und älteren Modellen hingegen nicht.

Umfrage zeigt: Relativ hoher Anteil an Ausgeschlossenen

Und es sind gar nicht so wenige, die ein älteres Modell haben, wie eine BILANZ-Umfrage bei den drei grossen Telekomanbietern zeigt, die sich den Schweizer Markt teilen: «Rund 20 Prozent der bei Salt registrierten Smartphones sind nicht mit den Betriebssystemen iOS 13.5 und Android 6 kompatibel», sagt Salt-Sprecherin Elvira Baumann. Bei Sunrise ist gemäss Kommunikationschefin Therese Wenger die Installation auf 18,9 Prozent der genutzten Smartphones nicht möglich. Ähnlich lautet die Antwort beim Platzhirsch Swisscom, der 59 Prozent des Marktes kontrolliert: Konzernsprecher Sepp Huber beziffert den Anteil gesamthaft auf «geschätzt unter 20 Prozent»

Damit ist der Anteil der Ausgeschlossenen doppelt so hoch wie vom Bund geschätzt: «Gemäss unseren Schätzungen betrifft dies weniger als 10 Prozent der aktiven Smartphones», sagt BAG-Sprecher Lüthy. «Bei genügend hoher Zahl von Installationen wird dies also die Wirksamkeit der App nicht spürbar beeinträchtigen.»

SwissCovid App

Die SwissCovid App soll helfen Übertragungsketten zu stoppen.

Quelle: bag.admin.ch
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Von ETH Lausanne und ETH Zürich entwickelt

Es sei natürlich schade, dass derzeit noch so viele ausgeschlossen seien, sagt der grünliberale Nationalrat Jörg Mäder. Sein grüner Ratskollege Gerhard Andrey, der Mitgründer der Webagentur Liip, spricht von einem «Trade off» zwischen einer «technisch sehr guten Lösung» und dem Einbezug von allen. Im Grundsatz sind aber beide Politiker der Meinung, dass die Schweizer Corona-App sehr gut gemacht sei. Sie verweisen etwa auf die Datenschutz-Regelungen und die Offenlegung des Quellcodes.

Die Schweizer Corona-App soll helfen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und Infektionsketten nachzuverfolgen – als technische Ergänzung für das von den kantonalen Behörden aufgegleiste Contact Tracing, bei dem per Telefon die Kontakte einer infizierten Person rekonstruiert werden. Entwickelt wurde die App von der ETH Lausanne und der ETH Zürich sowie der Schweizer Firma Ubique.

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