Wie stark verankert die Sozialpartnerschaft in einer Branche ist, zeigt sich jeweils in schwierigen Zeiten mit grossen Herausforderungen. Eine solche Zeit ­erleben wir aktuell mit der Corona-Epidemie. Die Art und Weise, wie die Gewerkschaft Unia diese schwierige Situation zur Selbstinszenierung ausnutzt, zeigt tief ­gehende Risse in der Sozialpartnerschaft.

Die Unia versucht – isoliert auch unter den Gewerkschaften –, den Gesundheitsschutz gegen den Erhalt von Arbeitsplätzen und Unternehmen auszuspielen. Anstatt sich zusammen mit dem Bundesrat und den ­Arbeitgebern für möglichst viele sichere und offene Baustellen einzusetzen, geht die Unia mit der Forderung nach generellen Baustellenschliessungen auf ­Fundamentalopposition.

Oberste und einzige Priorität scheint die gewerkschaftsinterne eigene Agenda zu sein. Dies wirft betreffend Sozialpartnerschaft für die Zeit nach Corona Fragen auf, die bei gegebener Zeit ­aufgearbeitet werden müssen.

Die Bauwirtschaft ist gerade in Krisenzeiten ein tragender Pfeiler

Die Unia hat in den vergangenen Wochen das gemeinsame Verständnis über den Wert der Sozialpartnerschaft arg strapaziert. Sie kümmert sich nicht um die Gesundheit der Mitarbeitenden und um die wirkungsvolle Umsetzung der baustellenspezifischen Schutzmassnahmen.

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Vielmehr versucht die Unia mit fundamentalen Forderungen wie generellen Baustopps, die Medienaufmerksamkeit für sich zu gewinnen. Sie fällt damit nicht nur der Landesregierung in den Rücken, sondern nimmt auch mutwillig einen verheerenden Schaden für die Schweizer Wirtschaft in Kauf.

Für die Gesellschaft und die Volkswirtschaft ist es elementar, dass auch während der Corona-Epidemie unter Einhaltung der Schutzmassnahmen weitergebaut werden kann. Die Bauwirtschaft trägt 10 Prozent zur Schweizer Wirtschaftsleistung bei. Sie ist gerade in Krisenzeiten ein tragender Pfeiler für die ganze Gesellschaft, der nicht verantwortungslos umgestossen werden darf.

Und sobald die Eindämmung des Virus es wieder zulässt, müssen die sehr strengen Massnahmen auch wieder ge­lockert werden können. Dazu müssten die Sozialpartner mit dem Bundesrat an einem Strang ziehen.

Unia will ganze Branchen flächendeckend lahmlegen

In Österreich und in Deutschland haben Arbeitgeber und Arbeitnehmende diese Rolle verstanden und setzen sie um. Dabei sind die erarbeiteten Schutzmassnahmen, beispielsweise mit Abstandsempfehlungen von einem Meter, teilweise lockerer als in der Schweiz.

  • Benedikt Koch ist Direktor des Schweizerischen Baumeisterverbandes. Der 1897 gegründete Verein ist die nationale Berufs-, Wirtschafts- und Arbeitgeberorganisation der Unternehmungen des Hoch- und Tiefbaus sowie verwandter Zweige des Bauhauptgewerbes.

Welchen Wert hat eine Sozialpartnerschaft, wenn in anspruchsvollen Zeiten kein gemeinsamer Nenner besteht? Gibt es die gemeinsamen Ziele wie den Erhalt von Arbeitsplätzen, Lehrstellen und Unternehmungen, welche die Grundlage für Arbeit und Wohlstand darstellen? Welche Konsequenzen hat es, wenn die Gewerkschaft Unia unbeirrt das Ziel verfolgt, auf unabsehbare Zeit ganze Branchen flächendeckend lahmzulegen?

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So gross die Herausforderungen heute sind, die ­Corona-Epidemie wird auch einmal vorüber sein. Ein Zurück zum normalen Alltag scheint mit der heutigen Situation in der Sozialpartnerschaft sehr anspruchsvoll zu werden. Im Begriff «Sozialpartnerschaft» kommt das Wort «Partner» vor. In der Corona-Epidemie arbeitet die Gewerkschaft Unia nicht daran, sich als zuverlässiger Partner zu positionieren.