Ob verheiratet oder unverheiratet, spielt heute steuerlich in gewissen Konstellationen eine erhebliche Rolle. Die einen Paare sparen Steuern, die anderen legen drauf, je nachdem wie die Relation der Einkommen der Gatten ist. Letztere Situation ist unter dem Begriff «Heiratsstrafe» berühmt geworden. Rund 450’000 Steuerpflichtige zahlen mehr Steuern, als wenn sie unverheiratet wären.

Und so kam das Parlament auf die Idee, die sogenannte Individualbesteuerung unter die Lupe zu nehmen.

Am Montag publizierte die Eidgenössische Steuerverwaltung im Auftrag des Bundesrats einen Bericht mit drei Varianten und deren Folgen. Jetzt soll die Wirtschaftskommission des Parlaments den Bericht beraten.

Doch dieser hat einen wichtigen Mangel. Er ist von oben herab geschrieben. Sozusagen die Perspektive des Staates. Die Betroffenheit jeder einzelnen Person kann nicht überprüft werden. Das ist bei einem Bericht in Papierform zwar logisch. Doch im digitalen Zeitalter gäbe es ganz andere Methoden.

Was fehlt: ein Online-Test-Steuertool, womit sich jedes Paar und jede steuerpflichtige Person von den Folgen selber überzeugen kann.

Die Simulation der eigenen Steuersituation dürfte entscheidend sein, um sich eine Meinung zu bilden. Zahle ich drauf mit dieser Reform oder spare ich Steuern?

So eine Hexerei wäre das nicht. Ein Steuertool beim Bund gibt es schon. Es heisst «Steuern berechnen». Doch dort kann man nur die aktuelle Steuerschuld berechnen. Das Steueramt hat noch Hausaufgaben zu lösen.