Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz und Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez drängen darauf, dass die iberische Halbinsel an das europäische Strom- und Gasnetz angeschlossen wird. «Wir könnten 30 Prozent des Flüssiggas-Bedarfs der EU decken», wenn es diese Leitung gebe, sagte Sanchez am Dienstag am Rande der Kabinettsklausur in Meseberg, an der er teilnahm.

Wenn dies nicht über Frankreich möglich sei, müsse man den Weg einer Pipelineanbindung über Italien wählen. Spanien sei bereit zur Solidarität, aber man habe diesen Flaschenhals.

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Auch Kanzler Scholz stellte sich hinter diese Pipeline. Diese sei auch mit Blick auf die langfristige Lieferung mit grünem Wasserstoff wichtig. Spanien und Portugal würden als sonnenreiche Länder Überschüsse produzieren, die sie exportieren könnten. Die grosse Aufgabe sei, ein europäische Netz für alle Energieträger zu schaffen. Mehr Vernetzung schaffe stabilere Gesellschaften. «Wir helfen uns allen, wenn wir das tun», betonte Scholz.

Die spanische Energieministerin Teresa Ribera hatte zuvor gesagt, dass die angedachte Gas-Pipelineverbindung zwischen Spanien und Frankreich in weniger als einem Jahr funktionstüchtig sein könnte. Voraussetzung sei, dass sich Frankreich und die EU auf das Projekt verständigten, sagte sie.

Spanien hat die meisten Flüssiggas-Terminals in Europa und zudem eine Pipeline aus dem Förderland Algerien. Es besteht allerdings keine grössere Verbindung nach Frankreich, ein Projekt wurde vor Jahren wegen Unwirtschaftlichkeit abgebrochen. Mit Hilfe der EU könnte es wiederbelebt werden. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sucht die EU fieberhaft Alternativen zu russischen Gaslieferungen, die momentan stark eingeschränkt sind.

(Reuters)