Der SGB fordert für die anstehende Lohnrunde 2020/2021 Erhöhungen von bis zu 100 Franken pro Monat oder bis zu zwei Prozent in Branchen und Betrieben, wo dies wirtschaftlich möglich ist. Angesichts der mangelnden Lohnentwicklung in den letzten Jahren sei dies dringend nötig.

In den letzten Jahren hätten die Löhne trotz gutem Wirtschaftsgang stagniert. Erst 2019 habe es nach zwei schlechten Jahren wieder einen Reallohnanstieg gegeben, und zwar von rund 0,5 Prozent, schreibt der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) in einer Mitteilung: «Angesichts der guten Wirtschaftsentwicklung mit einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 5,9 Prozent (2017 bis 2019) war dies völlig ungenügend. Deshalb sind Lohnerhöhungen dringend nötig.»

«Krisenargument zieht nicht»

Der Zeitpunkt mag erstaunen – die Schweiz steckt in der grössten Wachstumskrise der Nachkriegszeit, fast täglich trudeln Meldungen von Massenentlassungen ein. Die Gewerkschaften erinnern aber daran, dass sich die Arbeitgeber nun schon seit der Finanzkrise mit dem Krisenargument gegen adäquate Lohnerhöhungen wehrten. Und wie bereits damals gezeigt, sei die reale wirtschaftliche Lage besser.

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«Das globale Krisenargument zieht nicht. In den Branchen mit gutem Geschäftsgang braucht es substanzielle Verbesserungen.»

Konkret fordern die Verbände des SGB Lohnerhöhungen von bis zu 100 Franken pro Monat oder bis zu 2 Prozent in denjenigen Branchen und Betrieben, wo dies wirtschaftlich möglich ist. Auch in den Krisenbranchen mit Kurzarbeit sollten die Arbeitgeber den vollen 13. Monatslohn bezahlen. Und wo aktuell noch Kurzarbeit beansprucht wird, fordert der SGB die Firmen auf, die Löhne der Geringverdienenden auf 100 Prozent aufzustocken, wie das bereits verschiedene Firmen tun.

(rap — sda)