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Brutal
Iran mit «beispiellosem Anstieg» an Hinrichtungen

Öffentliche Hinrichtung im Iran: «Düsteres Bild von der Staatsmaschinerie». Keystone

Gemäss Amnesty international hat der Iran in den ersten sechs Monaten des Jahres rund 700 Menschen hingerichtet. Menschenrechtler kritisieren eine starke Zunahme gerichtlich genehmigter Tötungen.

Veröffentlicht am 23.07.2015

Der Iran hat einem Bericht von Amnesty International zufolge in der ersten Jahreshälfte fast 700 Menschen hinrichten lassen. 694 Todesurteile seien zwischen Januar und Mitte Juli vollstreckt worden, meldete die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag in London unter Berufung auf «glaubwürdige Berichte».

Dies sei ein «beispielloser Anstieg». Die Gründe dafür seien unklar. Die iranischen Behörden hätten bis zum 15. Juli 246 Hinrichtungen offiziell bestätigt.

«Düsteres Bild der Staatsmaschinerie»

Die Zunahme der Hinrichtungen zeichne «ein düsteres Bild von der Staatsmaschinerie, die massenhaft vorsätzliche, gerichtlich genehmigte Tötungen vollstreckt», sagte Said Boumedouha, der bei Amnesty für die Region zuständig ist.

Auch im Fastenmonat Ramadan seien die Hinrichtungen nicht wie sonst üblich ausgesetzt worden. Die Todesstrafen würden von Gerichten verhängt, die weder unabhängig noch unbefangen seien.

Meist wegen Drogendelikten

Die meisten Hingerichteten seien für Drogendelikte verurteilt worden, es seien aber auch Mitglieder ethnischer und religiöser Minderheiten darunter, hiess es. 2014 seien nach offiziellen Zahlen 289 Menschen hingerichtet worden, Amnesty geht aber von mindestens 743 vollstreckten Todesurteilen aus.

(sda/gku)
 

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