Das globale Wachstum dürfte zwar langsam wieder anziehen, sagte Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, am Sonntag zum Abschluss des Treffens der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im japanischen Fukuoka.

Es gebe allerdings zahlreiche Unsicherheiten. Die Sonderzölle, mit denen sich die beiden größten Wirtschaftsnationen USA und China überzogen hätten, könnten das Niveau der globalen Wirtschaft 2020 um 0,5 Prozent reduzieren. Das entspreche rund 455 Milliarden Dollar und könne für eine ordentliche Delle sorgen.
 

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Angesichts der Niedrigzinsen steige die Verschuldung in vielen Industrieländern, warnte der IWF. Sollte sich die Finanzierungskonditionen für Unternehmen und private Haushalte schnell ändern, seien zudem zahlreiche Schwellenländer anfällig für Krisen. «Und das alles zu einer Zeit, in der der Spielraum der Geld- und Fiskalpolitik begrenzter ist als in der Vergangenheit.»

Lagarde sagte, die Spannungen im Handel abzubauen, müsse oberste Priorität haben. Die erhobenen Sonderzölle müssten eliminiert und angedrohte Abgaben erst gar nicht eingeführt werden. Die Äusserungen dürften sich an die USA richten, auch wenn diese nicht namentlich erwähnt wurden.

US-Präsident Donald Trump hat den Streit mit China entfacht, weil er sich am riesigen Handelsdefizit seines Landes stört und unfaire Praktiken ausmacht. 

(reuters/dhü)