Ein Ja zur Konzernverantwortungsinitiative wäre falsch, sagt Novartis-Präsident Jörg Reinhardt im Gespräch mit der «NZZ am Sonntag». Mitarbeiter und Investoren drängten längst auf die Einhaltung von sozialen und ökologischen Standards. «Ich befürchte aber, dass die Initiative, wie sie jetzt angelegt ist, eine Flut von missbräuchlichen Klagen hervorrufen wird, der man sich aufgrund der umgekehrten Beweislast nur schwer erwehren kann. Wir wären von Beginn weg als potenzieller Täter gebrandmarkt und müssten die Unschuld beweisen. Der Reputationsschaden wäre eine reale Gefahr.»

Reinhardt erläutert, welchen Aufwand Konzerne bereits heute betreiben, um internationalen Normen beim Umwelt- und Arbeitsschutz Folge zu leisten. Er plädiert für die Annahme des bundesrätlichen Gegenvorschlags bei der Abstimmung am 29. November 2020.

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Konzernverantwortung: Von China, Iran und Syrien lernen

Die Konzernverantwortungsinitiative dient nicht dem Umweltschutz oder den Menschenrechten. Schweizer Firmen würden jedoch vor Gericht gezerrt. Den Kommentar von Chefredaktor Stefan Barmettler lesen Sie hier.

(gku)