Die Ratingagentur Moody's hat wegen nicht fristgemäss beglichener Schulden bei internationalen Investoren einen Zahlungsausfall Russlands festgestellt. Konkret gehe es um Zinszahlungen zweier Staatsanleihen, die auch nach Ablauf einer Verzugsfrist von 30 Tagen nicht bei Gläubigern angekommen seien, teilte das US-Unternehmen am Montag (Ortszeit) in New York mit.

Russlands letzter Zahlungsausfall bei Auslandsschulden liegt über Hundert Jahre zurück. Das letzte Mal, dass das Land seine Rechnungen bei internationalen Gläubigern nicht beglich, war 1918 nach der bolschewistischen Revolution.

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Um eine Pleite im eigentlichen Sinne handelt es sich diesmal nicht. Russlands Staatskassen sind gut gefüllt. Doch wegen der westlichen Sanktionen aufgrund des Kriegs gegen die Ukraine hat der Kreml Probleme, Schulden im Ausland zu begleichen.

Probleme wegen Sanktionen

«Dass unsere Zahlungen wegen Sanktionen blockiert sind, ist nicht unser Problem», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag laut Agentur Interfax.

Angesichts der bekannten Probleme aufgrund der Sanktionen kommt der Zahlungsausfall wenig überraschend. An den Finanzmärkten galt das Risiko schon seit Monaten als fest einkalkuliert und überschaubar.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, bezeichnete das Engagement internationaler Banken in Russland bereits im März als definitiv nicht systemrelevant.

Russland, Rubel, Ruin

Welche Bedeutung hat Russlands Zahlungsausfall? Was bedeutet die Zahlungsunfähigkeit für einen Staat generell? Russland hätte das Geld – warum kann es nicht zahlen? Und wie kann Russland Gegensteuer bieten? Die Antwort auf diese Fragen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema finden Sie auch in diesem Text von «Handelszeitung»-Chefredaktor Markus Diem Meier. Er erklärt die vermeintliche Stärke des russischen Rubels. Die Währung hat seit Februar rund 40 Prozent zugelegt. Doch in diesem Fall steht das nicht für eine starke Wirtschaft. Im Gegenteil.

(sda/mbü)