Kolumbiens linke Guerillaorganisation Farc geht nach über 50 Jahren bewaffnetem Kampf in die Politik. Die Rebellen eröffneten am Sonntag den Kongress, aus dem in der kommenden Woche ihre politische Partei hervorgehen soll.

«Heute beginnen wir einen neuen Weg», sagte Farc-Anführer Rodrigo Londoñozum Auftakt vor rund 1200 Delegierten in der Hauptstadt Bogotá. Wie andere frühere Kämpfer hat Londoño seinen Kampfnamen «Timochenko» abgelegt und benutzt wieder seinen bürgerlichen Namen.

Neuer Name

Die FARC wollen am Freitag ihre Partei offiziell vorstellen; bis dahin sollen über Inhalte diskutiert und ein Name gewählt werden. Zentrales Anliegen ist die soziale Gerechtigkeit – die Guerilla hatte in den 1960er Jahren als Protest vor dem Elend der Landbevölkerung zu den Waffen gegriffen.

In dem blutigen Konflikt starben seitdem über 220'000 Menschen; in ihrem Kampf gegen Staat und rechte Paramilitärs liessen sich die Farc-Rebellen auch zahlreiche Gräueltaten zuschulden kommen. Im vergangenen Jahr unterzeichneten sie einen Friedensvertrag mit der Regierung von Staatschef Juan Manuel Santos.

(sda/ise)

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