Die Reaktionen auf Mark Fabers rassistische Kommentare haben für den Börsenexperten umgehend gravierende Folgen: Zwei grosse amerikanische Fernsehsender wollen nicht mehr mit dem Schweizer zusammenarbeiten. Ein Finanzinvestor teilte mit, Faber gebe nach den rassistischen Äusserungen sein Mandat als unabhängiger Berater ab.

Was war passiert? In seinem monatlichen «Gloom Boom & Doom Report» hatte der 71-jährige Faber an Investoren geschrieben: «Gott sei Dank haben weisse Menschen die USA bevölkert, und nicht die Schwarzen. Ansonsten würden die USA aussehen wie Simbabwe.» Er sei «kein Rassist, aber die Realität – egal wie politisch inkorrekt – muss auch ausgesprochen werden». Der Reichtum der USA gehe weitestgehend darauf zurück, dass weisse Menschen das Land besiedelt haben, schrieb er gemäss übereinstimmenden Berichten in dem 15-seitigen Newsletter.

CNBC und Fox wollen nicht mehr mit Faber arbeiten

Diese Äusserungen ziehen nun drastische  Konsequenzen nach sich. Die amerikanischen Fernsehsender CNBC und Fox distanzierten sich umgehend von den Äusserungen. Ein Sprecher des Finanzkanals CNBC teilte mit, man wolle mit Faber künftig nicht mehr zusammenarbeiten. «Faber ist nicht oft im Netzwerk aufgetreten und wird das in Zukunft nicht tun», zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Fox-Sprecher.

Auch die Zusammenarbeit mit einem Finanzinvestor ist Geschichte: Faber sei von seiner Position als unabhängiger Berater aus dem Direktorium ausgeschieden, teilte Peter Grosskopf, Chef der kanadischen Investmentfirma Sprott, mit. «Wir sind sehr enttäuscht, diese Bemerkungen zu hören und geschockt mitzubekommen, dass Faber so denkt.» Bei Invanhoe Mines, einer Minengesellschaft, ist Faber gemäss CNN ebenfalls nicht mehr im Gremium. «Es gibt keine Toleranz für Rassismus», teilte die Firma in einem Statement mit.

Faber rechtfertigt seine Aussagen

Faber selbst bestätigte gemäss «Business Insider», die Aussagen gemacht zu haben und teilte per E-Mail mit, er stehe dazu. «Wenn die Nennung von historischen Fakten mich zu einem Rassisten macht, denn nehme ich an, bin ich ein Rassist. Über Jahre wurden die Japaner verurteilt, weil sie das Massaker von Nanking leugneten.»

Börsenguru Faber war wegen seiner direkten Art bislang als Experte sehr gefragt. Er gelangte zu globaler Berühmtheit, nachdem er unter anderem den Börsencrash von 1987, der sich in dieser Woche zum 30. Mal jährt, und die Japan-Baisse richtig vorhergesagt hatte. Das brachte ihm den Spitznamen «Dr. Doom» ein.

«Am liebsten schon vor dem Essen ein Meitli»

Faber machte auch nie ein Geheimnis daraus, mit Prostituierten zu verkehren. «Am liebsten habe ich schon vor dem Essen ein Meitli. Dann verliere ich keine Zeit», sagte er vor Jahren schon in einem Interview. «Wenn ich in Zürich in den Ausgang gehe, dann muss ich für Apéro und Nachtessen mit mindestens 200 bis 300 Franken rechnen – ohne Meitli!». In Thailand, wo er wohne, habe man für 150 Franken alles inbegriffen.

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