Portugal setzt zur Sanierung der Staatsfinanzen den Verkauf seines Tafelsilbers fort: Der Ministerrat nahm die Übernahmeangebote der chinesischen State Grid Corp und der Oman Oil Company für insgesamt 40 Prozent des Kapitals des staatlichen Energieversorgers REN (Redes Energéticas Nacionais) an. Der Staat wird für die REN-Anteile insgesamt 592,21 Millionen Euro kassieren, also etwa 150 Millionen über dem Marktwert. Das teilt die Regierung in Lissabon mit.

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Die chinesische State Grid Corp übernimmt für 387,15 Millionen Euro insgesamt 25 Prozent des REN-Kapitals. Die Chinesen werden somit Hauptaktionär des Betreibers des portugiesischen Stromverteilernetzes. Die Oman Oil Company will für 15 Prozent 205,06 Millionen Euro zahlen. Nach dieser Privatisierung hält der Staat noch knapp elf Prozent des REN-Kapitals, die je nach Marktlage zum späteren Zeitpunkt an institutionelle und kleinere Investoren verkauft werden sollen.

Schulden abbauen

Mit dem 2011 begonnenen Privatisierungsprogramm will Portugal seine Schulden abbauen. Erst am 22. Dezember hatte der Wasserkraft-Stromerzeuger Three Gorges aus China mit einem Gebot von 2,7 Milliarden Euro die Ausschreibung um 21,35 Prozent des Kapitals des Stromriesen EDP gewonnen. Three Gorges wurde somit Hauptaktionär von EDP. Als Gegenleistung für das 78 Milliarden schwere Hilfspaket der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) muss das ärmste Land Westeuropas das Haushaltsdefizit von 9,8 Prozent (2010) auf 5,9 (2011) sowie auf 4,5 Prozent (2012) senken. Nach Schätzung der Regierung hat Portugal das Ziel für 2012 bereits im vergangenen Jahr erreicht.

(muv/awp)