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Steuerstreit
Schweizer Anwalt bekennt sich in US-Steuerfall schuldig

Paradeplatz: Die US-Justizbehörden nehmen den Schweizer Finanzplatz seit Monaten unter Beschuss. (Bild: Keystone)

Der Schweizer Wirtschaftsanwalt Edgar Paltzer hat sich in den USA schuldig bekannt und kooperiert voll mit den Behörden. Er ist in Fälle von Steuerhinterziehung durch US-Klienten verwickelt.

Veröffentlicht am 16.08.2013

Ein Schweizer Anwalt hat sich vor einem US-Gericht der Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig bekannt. Der 57-jährige Edgar Paltzer gab vor einem Bundesgericht in New York zu, in der Schweiz Bankkonten eröffnet zu haben im Wissen, dass US-Bürger diese für Steuerhinterziehung verwenden würden. «Es war mir bewusst, dass mein Verhalten falsch war», erklärte der amerikanisch-schweizerische Doppelbürger.

Gemäss einer Vergleichsvereinbarung verzichtet der Anwalt auf alle Provisionen, die er eingestrichen hatte, und kooperiert mit den US-Behörden. «Seine Kooperation ist vollständig und uneingeschränkt», erklärte sein Verteidiger, Thomas Ostrander, nach der Anhörung.

Zürcher Kanzlei Niederer Kraft & Frey

Der frühere Partner der renommierten Zürcher Kanzlei Niederer Kraft & Frey war im April zusammen mit einem Bereichsleiter der Zürcher Bank Frey angeklagt worden. Die Staatsanwälte warfen den beiden vor, US-Bürgern zwischen 2000 und mindestens 2012 geholfen zu haben, ihre Schweizer Konten vor den Steuerbehörden zu verbergen.

Das Verfahren gegen die beiden ist nur der jüngste Fall einer ganzen Reihe von Anklagen gegen Mitarbeiter von Schweizer Banken in den USA. Im Fall von UBS und Wegelin klagten die US-Behörden zuerst einzelne Mitarbeiter an, bevor sie gegen die ganze Bank vorgingen.

Verfahren gegen die UBS

Das Verfahren gegen die UBS endete damit, dass die Grossbank 780 Millionen Dollar Strafe zahlte und mit Zustimmung der Schweizer Behörden die Namen von 4450 US-Kunden herausgab. Wegelin wurde Anfang 2012 die erste ausländische Bank, die von der US-Justiz angeklagt wurde und musste die Geschäftstätigkeit einstellen.

Immer noch stehen rund ein Dutzend Schweizer Banken im Visier der US-Behörden, darunter die Branchengrössen Credit Suisse und Julius Bär. Viele andere Institute befürchten, dass es später auch sie treffen könnte. Die Schweizer Regierung versucht deshalb seit langem, mit den US-Behörden eine Lösung für die Banken auszuhandeln. Um einen Strich unter die Affäre zu ziehen, müssten die Institute wohl hohe Strafen bezahlen und Kundendaten liefern.

(tke/reuters)

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