Für die Schweiz wäre es relativ einfach, ihre CO2-Emmissionen zu kompensieren. «Mit rund 350 Franken im Jahr kann jeder und jede Bewohnerin der Schweiz ihren CO2-Fussabdruck auf absehbare Zeit neutralisieren», sagt Kai Landwehr von der Stiftung Myclimate in der «NZZ am Sonntag».

«Mit einer Investition von 1,5 Milliarden bis 2 Milliarden Franken könnte die ganze Schweiz dank Skaleneffekten CO2-neutrales Wirtschaften erzielen.» Myclimate und ähnliche Organisationen verwenden die gespendeten Mittel, um Projekte umzusetzen, die nachweislich eine Reduktion des CO2-Ausstosses zur Folge haben. Im Moment gibt es laut Landwehr noch viele Investitionsmöglichkeiten. «Myclimate allein hat rund 50 Projekte in der Schublade, für die uns derzeit das Geld fehlt.»

Diese liessen sich innert kürzester Zeit anschieben. Zum Beispiel, indem man in ärmeren Ländern Solarkocher verteilt, die anstelle eines Holzherds eingesetzt würden. Experten erwarten aber, dass es langfristig zu einem Gerangel um solche Projekte kommen könnte. Dies auch, weil sich Drittweltländer ihre Projekte selber anrechnen lassen wollen. Es könnte vermehrt zu Fehlern, Betrug und Korruption in diesem Bereich kommen. Auch der am Montag beginnende Klimagipfel in Madrid widmet sich unter anderem diesem Thema.