Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich hat im Korruptionsfall der Zürcher Pensionskasse BVK eine weitere Anklage erhoben. Ein ehemaliger Geschäftsführer von DL Investment Partners AG soll Provisionen im Umfang von rund 3 Millionen Franken für sich abgezweigt haben.

Wie die Oberstaatsanwaltschaft mitteilte, hat der Beschuldigte gestanden, zwischen Mitte 2006 und 2010 ohne Wissen der BVK mehrfach Provisionen auf Investorengelder, sogenannte Retrozessionen, in die eigene Tasche gesteckt zu haben.

Die DL Investment Partners AG war von der BVK mit einem Mandat betraut. Vertraglich wäre sie verpflichtet gewesen, die Provisionen der BVK weiterzuleiten.

Strafuntersuchungen gegen diverse Personen

Die Anklage sei vergangene Woche im abgekürzten Verfahren erhoben worden. Möglich ist dieses Verfahren, wenn der Beschuldigte im Wesentlichen geständig ist und die Zivilansprüche im Grundsatz anerkennt.

Gegen den Beschuldigten war bereits im September 2011 wegen des Vorwurfs der Bestechung des ehemaligen Anlagechefs der BVK Anklage erhoben worden. Er soll dem Anlagechef finanzielle Vorteile verschafft und Vermögenswerte von mindestens 300'000 Franken versprochen haben.

Derzeit laufen im Fall BVK gegen diverse Personen Strafuntersuchungen wegen Vermögensdelikten, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Über diese Verfahren will die Staatsanwaltschaft erst nach Abschluss informieren.

Bericht soll im Sommer vorliegen

Im Zusammenhang mit der BVK-Affäre hat die Zürcher Staatsanwaltschaft gegen insgesamt sechs Personen Anklage erhoben. Unter ihnen ist der ehemalige Anlagechef der Pensionskasse. Er soll fast 1,7 Millionen Franken abgezweigt haben.

Aufgeflogen ist der Korruptionsfall im Frühling 2010. Damals wurde der BVK-Anlagechef verhaftet. Die Zürcher Staatsanwaltschaft ordnete damals eine strafrechtliche Untersuchung an.

Zudem leitete die Zürcher Finanzdirektorin Ursula Gut (FDP) eine Administrativuntersuchung ein. Diese hatte verschiedene organisatorische Mängel bei der BVK zutage gefördert. Das Zürcher Kantonsparlament setzte seinerseits eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) ein. Deren Bericht soll im Sommer vorliegen.

(muv/tno/awp)