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Fifa-Skandal
WM-Vergaben: Südafrika und Katar wehren sich

Südafrikas WM-Maskottchen Zakumi (l.) und Arbeiter in Katar: Kritik an beiden Ländern. Keystone

Katar widerspricht Berichten, denen zufolge auf den WM-Baustellen des Landes Tausende Arbeiter sterben. Südafrika wehrt sich gegen Bestechungsvorwürfe im Rahmen der Fussball-WM 2010.

Veröffentlicht am 03.06.2015

Katars Regierung hat einem Bericht widersprochen, demzufolge bei den Bauarbeiten für die Fussballweltmeisterschaft 2022 mit dem Tod von bis zu 4000 ausländischen Arbeitern zu rechnen ist. Die Angaben in der US-Tageszeitung «Washington Post» seien «völlig falsch».

Das erklärte die Regierung des Emirats am Persischen Golf am Mittwoch. Das Blatt hatte unter Berufung auf einen Bericht des Internationalen Gewerkschaftsbunds geschrieben, dass seit dem Jahr 2010 etwa 1200 Gastarbeiter ums Leben gekommen seien und bis zur WM insgesamt rund 4000 Tote zu befürchten seien.

5 Millionen Mal aufgerufen

«Das Bild und der Ruf Katars haben enormen Schaden genommen», erklärte die Regierung in der Hauptstadt Doha am Mittwoch. Tatsächlich habe «nach fast fünf Millionen Arbeitsstunden auf den Baustellen nicht ein einziger Arbeiter sein Leben verloren». Die Berichte über tödliche Arbeitsunfälle entbehrten jeglicher Grundlage.

Der im Internetportal der «Washington Post» Artikel stammt vom 27. Mai und wurde nach katarischen Angaben rund 5 Millionen Mal aufgerufen.

«Keinen einzigen tödlichen Vorfall»

Doha warf dem Blatt vor, «die jährlichen Todeszahlen für indische und nepalesische Arbeitsmigranten mit der Zahl der Jahre» bis zur WM multipliziert zu haben, ohne die Todesursachen zu berücksichtigen.

Katar wird insbesondere von Menschenrechtsorganisationen regelmässig wegen schlechter Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen kritisiert. Das Emirat weist entsprechende Anschuldigungen zurück. Erst Anfang Mai sagte Hassan Al-Thawadi, Chef des WM-Organisationskomitees, auf den Baustellen der WM-Stadien habe es bisher «keinen einzigen tödlichen Vorfall» gegeben.

Südafrika wehrt sich gegen Bestechungsvorwürfe

Der südafrikanische Sportminister Fikile Mbalula hat derweil Bestechungsvorwürfe rund um die Vergabe der Fussball-WM 2010 erneut kategorisch zurückgewiesen.

Die Summe von 10 Millionen Dollar, die 2008 an die Konföderation von Nord- und Mittelamerika Concacaf bezahlt wurde, sei für ein genehmigtes Projekt verwendet worden und keine Bestechung der Fifa gewesen, sagte er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Sonderzahlung eingeräumt

«Das Geld stand in keiner Weise in Zusammenhang mit den Stimmen für die Vergabe der Fussball-WM», betonte Mbalula. Der Minister forderte die US-Justizbehörden auf, Beweise vorzubringen.

Der frühere Chef des Organisationskomitees der Fussball-Weltmeisterschaft, Danny Jordaan, hatte die Sonderzahlung von 10 Millionen Dollar eingeräumt, jedoch Bestechungsvorwürfe zurückgewiesen. Jordaan sagte, Südafrika habe bereits 2004 den Zuschlag bekommen. Deshalb hätte Bestechung vier Jahre später überhaupt keinen Sinn gemacht.

(sda/tno/ama)

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