Im Zusammenhang mit den Turbulenzen um den zurückgetretenen Finanzvorstand Ivo Romer (FDP) ist auch das Vormundschaftsamt der Stadt Zug beziehungsweise der Stadtrat in die Kritik geraten. Der Stadtrat unterstützt alle Massnahmen, die zu einer «schnellen und vollständigen Klärung» führen.

Dem Stadtrat wird vorgeworfen, im Zusammenhang mit dem «Fall Romer» weggeschaut und Hinweise der Angehörigen zur Urteilsfähigkeit ihrer Mutter nicht ernst genommen zu haben.

Entsprechend bestehe auch in der Bevölkerung ein grosses Bedürfnis nach Klärung der erhobenen Vorwürfe, teilte der Stadtrat mit. Auch der Stadtrat sei an einer schnellen und vollständigen Klärung der Situation interessiert.

Deshalb habe die Stadtregierung an einer ausserordentlichen Sitzung beschlossen, die Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) zu unterstützen oder auch andere Massnahmen, welche das Verhalten der Vormundschaftsbehörde im Zusammenhang mit dem «Fall Romer» klären.

RPK nimmt Finanzdepartement unter die Lupe

Ausserdem habe der Stadtrat die Rechnungsprüfungskommission (RPK) des Grossen Gemeinderates bereits am Montag ersucht, sämtliche von Ivo Romer als Finanzvorsteher getätigten Verwaltungshandlungen im Finanzdepartement zu prüfen. Dabei werde die RPK von einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen unterstützt.

Der 48-jährige Romer trat am Dienstag von seinem Stadtratsamt zurück. Anlass war eine Strafuntersuchung wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung. Ihm wird vorgeworfen, er habe mit seiner Beratungsfirma während Jahren ein Vermögensverwaltungsmandat einer älteren Frau dazu missbraucht, Gelder in Millionenhöhe in die eigene Tasche zu stecken. Die «Weltwoche» hatte den Fall in der vergangenen Woche publik gemacht.

Romer bestreitet die Vorwürfe. Diese entbehrten jeglicher Grundlage, hiess es in einer Mitteilung. Sein Rücktritt stelle kein Schuldeingeständnis dar. Romers Sitz im Stadtrat übernimmt am 11. Dezember der FDP-Ersatzmann Karl Kobelt.

(chb/sda)

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