Die Finanzierung von Startups in Europa boomt: Es werden mehr Deals abgeschlossen – und es fliesst mehr Geld. Mehr Geld als je zuvor. Die Investitionen in die Jungunternehmen zog rasant an: Ingesamt haben sie im ersten Halbjahr 16,9 Milliarden Euro an Kapital erhalten. Das ist ein neuer Rekord, wie das Beratungsunternehmen EY im neusten Startup-Barometer aufzeigt.

Sowohl bei der Anzahl von Deals als auch beim Volumen brach das erste Halbjahr alle Rekorde: «Der Finanzierungs-Boom für Jungunternehmen hält an, das Startup-Ökosystem ist noch stärker geworden», sagt Roger Krapf, Leiter der Startup-Initiative in der Schweiz. Den Startups fliesse immer mehr frisches Kapital zu, «und auch die investierten Summen klettern auf Rekordniveau», sagt Krapf

Schweiz hält sich auf dem fünften Platz

Die Schweiz geht beim europäischen Startup-Monitor als eine der Hauptgewinnerinnen hervor. Sie verzeichnet beim investierten Kapital einen sprunghaften Anstieg von 25 Prozent – respektive von 405 auf 592 Millionen Franken. Damit liegt sie in Europa auf dem fünften Platz. 

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«Gerade die grossen Deals boomen», sagt Krapf. Transaktionen, bei denen über 100 Millionen Euro flossen, hätten sich auf dem Alten Kontinent verdoppelt. Trotz den Unsicherheiten über den Brexit konnte Grossbritannien seinen Spitzenplatz im Ranking verteidigen – gar noch ausbauen. Britische Startups erhielten in den ersten sechs Monaten insgesamt 6,7 Milliarden Euro.

Grossbritannien ist auch so attraktiv, weil die Hauptstadt London das Startup-Powerhouse von Europa ist. In die Millionenstadt an der Themse floss die Mehrheit des Kapitals, rund 5,7 Milliarden Euro. 

Paris löst Berlin als Startup-Stadt ab 

Eine Überraschung im Barometer: Paris hat Berlin als die vermeintliche «Startup-Stadt» auf dem europäischen Festland abgelöst. In Startups in der französischen Hauptstadt flossen 2,2 Milliarden Euro, in die deutsche Hauptstadt 2 Milliarden Euro. Solche Summen erreichen die Schweizer Städte nicht. Aber Zürich erreicht bei den Finanzierungsrunden den fünften Platz in Europa. Überflügelt wird die Limmatstadt neben Berlin, Paris und London noch von Stockholm

Anders verteilt in der Schweiz sind aber die Investitionsvolumina. Basel belegt mit einem Betrag von 203 Millionen Euro den achten Platz, Zürich liegt auf dem 16. Platz. Hinter Mailand und vor Dublin

Grösster Deal: Arvelle Therapeutics

Die grössten Finanzierungen des Jahres gingen an das britische Startup OneWeb, welches in der Satelliten-Technologie tätig ist. Es erhielt 1,1 Milliarden Euro. Die zweitgrösste Transaktion ging an den schwedischen Batteriehersteller Northvolt mit 885 Millionen Euro. An der Runde beteiligten sich Volkswagen und BMW.

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Aber auch die Schweiz kann mit einem Millionendeal aufwarten: 169 Millionen Franken flossen dem Zuger Startup Arvelle Therapeutics zu. Das Health-Tech-Unternehmen bietet Menschen mit einer Erkrankung des Zentralnervensystems innovative Lösungen an. 

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