Der Preis ist neu. Das Anliegen schon älter: Seit dreissig Jahren macht sich Fairtrade Max Havelaar in der Schweiz für den fairen Handel stark. Dank dem Verkauf von Produkten zu Fairtrade-Bedingungen können viele Bauern und Arbeiterinnen in Afrika, Lateinamerika und Asien ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft nachhaltig verbessern.

Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten finden das Label auf über 3000 Produkten. Möglich ist dieser Erfolg nicht im Alleingang. Für Kathrin Amacker ist klar: «Wir können den fairen Handel nur gemeinsam mit starken Partnern voranbringen», sagt die Stiftungsratspräsidentin. «Deshalb war es uns an unserem Jubiläum ein Anliegen, unseren Partnern eine grosse Bühne zu bieten und so ihr ausserordentliches Engagement zu würdigen.»

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Über 1330 faire Produkte

Normalerweise erhält das Geburtstagskind lauter tolle Geschenke. Nicht so Fairtrade Max Havelaar: Die Organisation schenkt lieber selber – und zeichnet in vier Kategorien unter den rund 250 Lizenznehmern die Crème de la Crème aus. «Am liebsten hätten wir alle Partner beschenkt», so Amacker, «jeder einzelne ist wichtig für unseren Erfolg.» In jeder Kategorie wurde eine Shortlist mit je drei Kandidaten erkoren – eine unabhängige, fünfköpfige Fachjury wählte dann diese Sieger aus.

Weltweit bietet Detailhandels-Award-Gewinnerin Coop das breiteste Fairtrade-Sortiment an. Zudem hat der Grossverteiler mehrere Produktsegmente seiner Eigenmarken komplett auf Fairtrade umgestellt – darunter alle Tafelschokoladen von Halba. Mehr noch: Als erste Schweizer Detailhändlerin hat Coop das Fairtrade-Label für Einzelzutaten eingeführt. Und mit Projekten für existenzsichernde Löhne will das Unternehmen die Situation der Produzenten weiter verbessern und sich damit freiwillig noch stärker für fairen Handel einsetzen.

Sie ist die grösste Importeurin von Fairtrade-Rosen: Agrotropic mit ihren 13 Blumenfachgeschäften «Blume 3000» setzt ausschliesslich auf faire Rosen – das ist weltweit einzigartig. Gründer Bernhard Bürgisser trug schon in den 1990er Jahren massgeblich zur Ausarbeitung der Fairtrade-Standards für Blumen bei. Bald darauf wurden die weltweit ersten Blumenfarmen Fairtradezertifiziert. Die Pionierin erhält den Award in der Kategorie Brands/Manufacturing/ Trader.

Coop bietet weltweit das breiteste Sortiment an Fairtrade an

Jeder kennt George Clooney und jeder kennt Nespresso. Diesen gibts in mehr als siebzig Ländern. Die Nestlé-Tochter röstet den gesamten Kaffee aber ausschliesslich in der Schweiz – und ist hierzulande der grösste Röster von Fairtrade-Kaffee. 2013 starteten Nespresso und Fairtrade das Farmer Future Program. Das Ziel: innovative Lösungen zur Verbesserung der sozialen Wohlfahrt für Kaffeebauern. So wurden beispielsweise eine Ernteausfallversicherung und ein Rentenfonds für Kaffeebauern in Kolumbien geschaffen. Dafür gibts den Award in der Kategorie Newcomer/Innovation. Diesen erhält aber auch noch ein zweites Unternehmen: Die Seehallen Kaffeerösterei Horgen mit ihrer Marke Onesto landet ex aequo auf Platz eins. Die Betreiber haben den Anspruch, die nachhaltigste Rösterei der Schweiz zu sein. Sie beziehen zu 100 Prozent Fairtrade- und Bio-Kaffee und verwenden für die Herstellung nur klimafreundliches Biogas und Ökostrom.

ZFV ist visionär seit 1894

Weitblickende Bürgersfrauen gründeten vor über hundert Jahren den Zürcher Frauenverein (ZFV). Auch heute noch ist er seiner Zeit voraus. Kaffeebohnen etwa kommen in allen Betrieben ausschliesslich aus fair gehandeltem und biologischem Anbau. Auch mit der Beschaffung von Südfrüchten, Kakao, Vollrohrzucker, Basmati-Reis und Gewürzen fördert der ZFV den fairen Handel. Ganz im Sinn der Gründerfrauen: für eine Gesellschaft, in der wir alle leben wollen. Dafür gibts den Award in der Kategorie Gastronomie/Out of Home.

Alles zum Thema Fairtrade Max Havelaar und fairer Handel hier in diesem Special: