China hat sich vom preiswerten Kopier-Spezialisten hin zu einem hochgradigen Innovator mit hohen Qualitätsansprüchen entwickelt. Die Preise und das Lohnniveau sind gestiegen. Doch was bedeutet das für Schweizer Unternehmen, die in China tätig sein wollen?

Im zweiten Europa Forum Luzern Webcast zum Jahresthema «Im Banne Chinas» hatten die Mitglieder des Förderkreises 92 die exklusive Möglichkeit, sich mit den Unternehmerinnen und Unternehmern Qing Dahinden-Zhou, Kurt Haerri und Beat De Coi auszutauschen. Im Fokus standen vor allem unternehmerische Fragen rund um den Markt in China. Nachfolgend die wichtigsten Erkenntnisse:

Erfolg in China basiert auf einem starken Netzwerk

Ein starkes Netzwerk, das auf Vertrauen basiert, ist der Grundstein für den Erfolg. Hat man sich für eine Region in China entschieden, sollte man sich Zeit nehmen, um eine solide Geschäftsbeziehung aufzubauen. So empfehlen die Experten/innen Dahinten-Zhou, Haerri und De Coi zum Beispiel, mit lokalen Unternehmen Partnerschaften einzugehen, Regierungsmitglieder zum Mittagessen zu treffen und Beratungsfirmen ins Boot zu holen. Zwischenmenschliche Begegnungen sind ein entscheidender Erfolgsfaktor in China. Je mehr Zeit man in gute Beziehungen investiert, desto mehr kann man davon profitieren. Beispielsweise kann man dadurch den schnell wechselnden Regulatorien und Bestimmungen, die für ausländische Unternehmen grosse Hürden darstellen, immer einen Schritt voraus sein.

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Dual-Strategie als Grundvoraussetzung

Die drei Experten/innen befürworten es, für China eine «Dual-Strategie» zu fahren. Das bedeutet, dass man für den eigenen Markt in China eine separate Brille aufsetzen sollte. Zudem sollte man gezielt auf die Kultur, die Regulatorien und die hohen Qualitätsanforderungen eingehen, die sich teilweise stark von den westeuropäischen Normen unterscheiden.

Schutz des geistigen Eigentums

Um sein geistiges Eigentum, auch «intellectual property» genannt, zu schützen, rät die Expertenrunde zu folgendem Vorgehen: Wird mit einem echten Company Secret produziert, wird es keiner Firma auf der Welt gelingen, das Produkt zu kopieren. Zum Beispiel schützt man sein geistiges Eigentum vor günstigen Kopien, indem man kundenspezifische Chips in der Halbleiter-Industrie einbaut, einen eigenen Herstellungsprozess entwickelt oder eine geheime Materialzusammensetzung nutzt.

Mehr Informationen im Interview

Im Vorfeld zur Zoom Live-Session haben sich die Experten/innen Qing Dahinden-Zhou, Kurt Haerri und Beat De Coi zu einem Interview mit der EFL-Redaktion getroffen. Im Gespräch teilen die Interviewgäste ihre Tipps und relevante Schlüsselthemen, die helfen können, als Unternehmerin und Unternehmer in China erfolgreich zu sein: